Resultat: Optimierung von Prozessen

ETJ baut vorab alle wichtigen elektrischen Komponenten für die Kräne in Container

Bild 02: ETJ baut vorab alle wichtigen elektrischen Komponenten für die Kräne in Container ein und bringt sie dann auf die Baustelle – das sorgt vor Ort für kurze Installationszeiten. (Quelle: Rittal)

Christian Diekmann ist seit 2014 bei ETJ tätig und seit 2021 Betriebsleiter

Bild 03: Christian Diekmann ist seit 2014 bei ETJ tätig und seit 2021 Betriebsleiter. (Quelle: Rittal)

Wire Terminal WT C von Rittal

Bild 04: Wire Terminal WT C von Rittal (Quelle: Rittal)

Schließlich wurde der Entschluss gefasst, und ETJ erhielt 2023 als einer der ersten Kunden von Rittal den Drahtkonfektionier-Vollautomaten WT C10. Nach der Einführung durch einen Servicemonteur von Rittal waren im Pilotprojekt alle Beteiligten gefragt, um die Prozesse neu aufzusetzen und technische Probleme zu lösen. „Wir haben uns durchgekämpft, und ein paar Monate mussten alle mit Überstunden klarkommen. Unterwegs haben wir aber jede Menge gelernt – und jetzt will niemand mehr zurück“, so C. Diekmann.

Durch diesen Entwicklungsprozess wurde nämlich auch deutlich, was bislang suboptimal lief. Klar wurde etwa, dass bisher durch die Pflege verschiedener Datenmodelle hohe Effizienzverluste entstanden waren. Als Voraussetzung für eine erfolgreiche Automatisierung wurde deshalb ein Standard-Datenmodell entwickelt, das sich seither für alle Projekte nutzen lässt und zusätzliche Effizienz bringt. Auch wurden definierte Abläufe zwischen Konstruktion und Produktion etabliert, wodurch die Zusammenarbeit noch besser läuft und das Team zusammengewachsen ist. „Je nach Projekt sparen wir 30 % bis 70 % der Zeit ein, die für die Drahtkonfektionierung bislang benötigt wurde“, erklärt C. Diekmann. Zudem ist nun weniger Papier im Umlauf, denn für die manuelle Drahtkonfektionierung musste früher immer alles ausgedruckt werden.

Auch in der Qualität gelang nochmals ein großer Schritt nach vorn. Im Wesentlichen geht es dabei um die Berührungssicherheit, wenn sich zum Beispiel dank des Vollautomaten nun auch die Federzugtechnik mit Aderendhülsen ausstatten lässt und es auch in diesem Bereich keine herausstehenden Litzen mehr gibt. „Die hohe Qualität in Kombination mit der schnellen Umsetzung ist ein großer Erfolgstreiber für unser Unternehmen. Auf diesem Level ist das nur mit Digitalisierung und Automatisierung möglich“, so C. Diekmann.

Folgeprojekt bis 2028

Seit 2002 baut ETJ in Hamburg-Altenwerder die Anlagentechnik für die ersten vollautomatischen Stapelkräne der Welt – heute ist das Unternehmen dabei, in Kooperation mit ABB Cranes (Schweden) [4] und Künz (Österreich) [5] das größte zusammenhängende Stapelkranbauprojekt Europas in Rotterdam zu realisieren. Es umfasst 62 Stapelkräne und einen Bahnkran, der zum Beladen von Zügen eingesetzt wird. C. Diekmann erläutert: „Von 2013 bis 2017 haben wir bereits 54 Stapelkräne und zwei Bahnkräne für das Terminal Maasvlakte II installiert. Jetzt geht es weiter, wobei wir durch unsere neuen Prozesse alle zwei bis drei Wochen die Anlagencontainer inklusive Ausbau mit VX25-Anreih-Schranksystemen von Rittal für zwei Kräne ausliefern – bis 2028.“ Die Sparte Industrieprodukte für lokale Unternehmen wird die Auslastung des Drahtkonfektionierungsvollautomaten weiter erhöhen, wobei künftig größere Chargen im Fokus stehen werden. Laut C. Diekmann hat sich „die Investition definitiv gelohnt und hilft uns dabei, erfolgreich in die Zukunft zu gehen.“                                                        

Upgrade des Wire Terminals für die robotergestützte Verdrahtung

Zur Hannover Messe 2025 hat Rittal Automation Systems ein substanzielles Update des Drahtkonfektionier-Vollautomaten Wire Terminal WT C vorgestellt (Bild 4). Damit wird die Drahtherstellung nochmals um weitere 50 % beschleunigt: Mit Eplan-Datenanbindung und dem Automaten geht es jetzt 15 Mal schneller als per Hand. Möglich machen das umfassende Änderungen wie eine neue CPU, geänderte SPS-Programmierung und Optimierungen bei der bewährten Mechanik. Mit bis zu zehn Fördertöpfen für die prozesssichere Zuführung von losen Aderendhülsen und durch schnellen Drahtwechsel bietet das Spitzenmodell WT C10 hohe Flexibilität und weniger Rüstaufwand.

Der Einsatz eines servomotorischen Crimpers ermöglicht die Bearbeitung von unterschiedlichen Aderendhülsenlängen von 8 mm bis 18 mm. Beim Abisolieren der Drähte lassen sich stufenlos Teil- und Vollabzüge bis 20 mm wählen. Die Rüstzeiten beim Drahtwechsel wurden auf fast null reduziert. Schon bisher waren an den Wire Terminals drei Drahteinzugsblöcke angebracht, die je zwölf Drähte zuführten. Diese Blöcke werden im Bereich Drahteinzug befestigt und sind mit RFID-Sendern versehen. So lassen sich komplette Blöcke inklusive der eingespannten Drähte mit nur einem Handgriff tauschen. Dank des eingebauten RFID-Chips werden sie von der Maschine erkannt und die Maschine weiß sofort, welche Drahttypen anliegen. Die Ausgabe der Drähte kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen: per Auswurf sowie optional per Schienensystem oder per Kettenbündler. Mit dem neuen Update ist der Automat prädestiniert für kommende Anwendungen, wie die gleichzeitige Bedienung von mehreren Arbeitsplätzen oder die robotergestützte Verdrahtung.

Literatur

  1. Elektrotechnik Janssen GmbH, Nordenham:
    www.elektrotechnik-janssen.de
  2.  Rittal GmbH & Co. KG, Herborn: www.rittal.com/de-de
  3. Eplan GmbH & Co. KG, Monheim am Rhein: www.eplan.de
  4.  ABB Asea Brown Boveri Ltd, Zürich (Schweiz):
    https://new.abb.com/de
  5. Künz GmbH, Hard (Österreich): www.kuenz.com/de
Alexandra Lachner ist freie Autorin für die Rittal GmbH & Co. KG. info@rittal.de
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