E-T-A hat das Stromverteilungssystem 0U-PDU für den Einsatz in Server- und Netzwerkschränken entwickelt

Bild 01: E-T-A hat das Stromverteilungssystem 0U-PDU für den Einsatz in Server- und Netzwerkschränken entwickelt. (Quelle: E-T-A)

Moderne Rechenzentren bilden das Nervensystem der digitalisierten Wirtschaft. Cloudservices, Videostreaming, vernetzte Produktionsanlagen oder Finanztransaktionen in Echtzeit – nahezu jede digitale Wertschöpfungskette basiert heute auf leistungsfähigen und hochverfügbaren IT-Infrastrukturen. Die Anforderungen an diese Systeme steigen kontinuierlich: Wachsende Datenmengen, kürzere Reaktionszeiten und eine permanente Verfügbarkeit rund um die Uhr sind längst zum Standard geworden.

Unabhängig von Größe, Standort oder Betreiberstruktur gilt für jedes Rechenzentrum dasselbe Prinzip: Der Platz im Rack zählt zu den wertvollsten Ressourcen. Jede Höheneinheit entscheidet über Rechenleistung, Speicherkapazität und Netzwerkdichte – und damit am Ende über Investitionsrendite und Wettbewerbsfähigkeit.

Parallel dazu steigen die Ansprüche an Energieeffizienz, Kühlkonzepte und Betriebssicherheit. Betreiber stehen vor der Herausforderung, immer mehr Leistung auf immer weniger Raum bereitzustellen, ohne dabei Kompromisse bei Verfügbarkeit oder Nachhaltigkeit einzugehen. Jede unnötig belegte Höheneinheit hat dabei unmittelbare wirtschaftliche Auswirkungen. Sie blockiert Raum für zusätzliche Server, Storage-Systeme oder Netzwerkkomponenten, die produktive Leistung liefern oder neue Geschäftsmodelle ermöglichen könnten. Effiziente Flächennutzung im Rack ist deshalb ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Betrieb moderner Rechenzentren.

Stromverteilung: Potenzial zur Flächenoptimierung

Optimierungsinitiativen konzentrieren sich häufig auf Server, Switches oder Storage-Systeme. Ein entscheidender Bereich bleibt dabei jedoch oft unbeachtet: die Stromverteilung im Rack. Dabei verbirgt sich gerade hier ein erhebliches, oft ungenutztes Potenzial zur Flächenoptimierung. Durch intelligente Konzepte in der Energieverteilung lassen sich wertvolle Höheneinheiten gewinnen. Das schafft Raum für aktive, ertragsrelevante IT-Komponenten. Ein besonders wirkungsvoller Ansatz ist die Verlagerung der Stromversorgung von der Rack-Front auf die Rückseite. Vertikal montierte Stromverteilungssysteme entlang der hinteren Profilschienen ersetzen klassische 19-Zoll-PDU und geben unmittelbar Platz frei. Der Nutzen ist klar quantifizierbar: Wo zuvor die Energieverteilung wertvollen Raum beanspruchte, entsteht neue Kapazität für Server, Netzwerk- oder Storagetechnik und damit ein direkter Mehrwert pro Rack.

Mehr Raum für aktive Technik

In der Praxis sind Serverschränke typischerweise mit einer Mischung aus aktiven und passiven Komponenten bestückt. Zu den passiven Elementen zählen unter anderem die Stromverteilung, die Verkabelung, Patchfelder oder Lüftereinheiten. Aktive Komponenten sind Server, Router, Switches oder Firewalls – also Geräte, die Daten verarbeiten, speichern oder weiterleiten.

Je höher der Anteil aktiver Technik im Rack ist, desto größer ist der Nutzwert der Fläche für die Betreiber. Genau hier setzt die Idee der rückseitigen Stromverteilung an. Anstatt wertvollen Platz im Sicht- und Arbeitsbereich zu belegen, wandert die Energieverteilung an die Rückwand des Racks. Dort ist sie funktional ebenso gut zugänglich, verbraucht aber keine Höheneinheiten. Während dieses Konzept im Bereich der AC-Anwendungen längst etabliert ist, wird es in DC-Netzen, insbesondere in der Telekommunikation mit 48-V-Systemen, vergleichsweise selten genutzt. Dabei gibt es viele technische und wirtschaftliche Argumente für diese Bauweise.

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