Vertikal statt horizontal – ein struktureller Vorteil
Vertikale Stromverteiler werden an den hinteren Profilschienen montiert, meist über einfache Winkeladapter. Die Montage ist unkompliziert, die Zugänglichkeit bleibt erhalten, und Wartungsarbeiten lassen sich weiterhin problemlos durchführen. Der Clou: Durch die Anordnung in der Höhe können mehrere Stromverteiler übereinander installiert werden. So lassen sich zahlreiche Einzelabgänge realisieren, ohne die Rackarchitektur zu verändern. Die Anwender profitieren von einer sauberen Strukturierung der Versorgung und einer übersichtlichen Zuordnung der Abgänge zu den angeschlossenen Lasten. Das ist nicht nur bei der Installation ein Vorteil, sondern auch im laufenden Betrieb und bei späteren Erweiterungen.
Kompakte Bauform mit integrierter Absicherung
E-T-A Elektrotechnische Apparate [1] bietet mit dem 0UPDU solch ein vertikal montierbares Stromverteilungssystem, das gezielt für den Einsatz in Server- und Netzwerkschränken entwickelt wurde (Bild 1). Charakteristisch ist die kompakte Bauform in Verbindung mit integrierten, steckbaren Schutzschaltern. Jeder Lastabgang ist einzeln abgesichert, was eine selektive Fehlerabschaltung ermöglicht: Tritt ein Überstrom auf, wird ausschließlich der betroffene Stromkreis getrennt, während alle anderen Systeme weiter versorgt bleiben.
In der Praxis kommen häufig mehrere solcher Stromverteilungssysteme in einem Rack zum Einsatz (Bild 2). Vier oder fünf übereinander montierte Module sind keine Seltenheit. Damit stehen dem Betreiber mehrere Dutzend abgesicherte Abgänge zur Verfügung. Nutzt er die 0U-PDU auf beiden Seiten des IT-Racks, können die angeschlossenen Lasten auch redundant versorgt werden – ein entscheidender Vorteil für den Aufbau hochverfügbarer Systeme.
Präzision unabhängig von der Temperatur
Eine zentrale Komponente des Stromverteilungssystems ist der eingesetzte Schutzschalter. Hydraulisch-magnetische Schutzschalter zeichnen sich durch eine nahezu temperaturunabhängige Auslösung aus (Bild 3). Anders als thermische Schutzmechanismen reagieren sie nicht auf Umgebungstemperaturen, sondern ausschließlich auf den tatsächlichen Stromfluss. Das ist in hochverdichteten Serverschränken ein entscheidender Vorteil. Dort herrschen häufig erhöhte Temperaturen, die das Auslöseverhalten herkömmlicher Schutzschalter verfälschen können. Mit hydraulisch-magnetischer Technik bleibt das Abschaltverhalten über den gesamten Temperaturbereich konstant.
Wartung und Erweiterung im laufenden Betrieb
Ein weiterer Vorteil des Systems ist die Steckbarkeit der Schutzschalter. Sie lassen sich mittels beigelegtem Abziehwerkzeug tauschen und bei Bedarf gegen Modelle mit anderer Nennstromstärke ersetzen. Das ist besonders dann relevant, wenn Systeme aufgerüstet oder neue Verbraucher integriert werden. Selbst im laufenden Betrieb lässt sich die Stromverteilung an geänderte Anforderungen anpassen. Für Betreiber bedeutet das: minimale Stillstandszeiten, keine aufwendigen Umbauten und maximale Flexibilität. Darüber hinaus lassen sich bereits bei der Erstinstallation freie Steckplätze vorsehen. Diese Reservekapazitäten ermöglichen spätere Erweiterungen, ohne in die bestehende Infrastruktur einzugreifen.
Das Stromverteilungssystem 0U-PDU ist entsprechend der im Telekommunikationsbereich gängigen Normen DIN EN IEC 62368-1 (VDE 0868-1):2025-01 [2] geprüft. Damit ist ein sicherer Betrieb auch unter anspruchsvollen Bedingungen gewährleistet. Für Sonderanwendungen besteht die Möglichkeit, kundenspezifische Varianten zu realisieren – etwa mit abweichenden Anschlussarten, besonderen Schutzschaltern oder angepassten Gehäuseformen. So lässt sich die Stromverteilung exakt auf die jeweilige Einbausituation abstimmen.
Fazit: Kleine Maßnahme, große Wirkung
Die Verlagerung der Stromverteilung auf die Rückseite des Racks mag auf den ersten Blick wie eine Detailmaßnahme erscheinen. In der Praxis hat sie jedoch weitreichende Konsequenzen: mehr Platz für aktive Technik, bessere Strukturierung, erhöhte Betriebssicherheit und eine höhere Zukunftsfähigkeit der Infrastruktur.
Die Energiekosten, die Leistungsdichte und die Anforderungen an die Verfügbarkeit steigen. Deshalb ist jede Optimierung zur Verbesserung von Effizienz und Wirtschaftlichkeit essenziell. Vertikale Stromverteilungssysteme sind ein Paradebeispiel dafür, wie durch intelligente Konstruktion und durchdachte Platzierung erhebliche Vorteile erzielt werden können – ohne Kompromisse bei Sicherheit oder Funktionalität.
Literatur
- E-T-A Elektrotechnische Apparate GmbH, Altdorf: www.e-t-a.de
- DIN EN IEC 62368-1 (VDE 0868-1):2025-01: Einrichtungen für Audio/Video-, Informations- und Kommunikationstechnik – Teil 1: Sicherheitsanforderungen. Berlin · Offenbach: VDE VERLAG

