Mit offenen Lösungen Ideen optimal umsetzen

Portrait von Rainer Schmutte und Dr. Thomas Holm von Wago

Rainer Schmutte, Leiter Vertrieb Automation, und Dr. Thomas Holm, Leiter Innovation & Technology bei Wago, im Gespräch mit openautomation (Quelle: Wago)

„Geschlossene Systeme haben bei Anwendern keinen hohen Stellenwert mehr“, ist sich R. Schmutte sicher. „Nur mit offenen Lösungen können Kunden ihre Ideen optimal umsetzen.“ Das Unternehmen unterstützt hier und baut systematisch Branchen-Know-how auf, um mit Service und Beratung punkten zu können. „Wir verstehen die Sprache der Kunden und haben damit zunehmend Erfolg“, ergänzt er dazu.

Bei kaum einem anderen Anbieter zeigt sich das Zusammenwachsen von Automatisierungstechnik und IT in dieser Konsequenz. „In der Vergangenheit haben wir uns lediglich auf die SPS-Programmierung konzentriert“, so R. Schmutte. „Zunehmend wurden die Themen Kommunikation und Connectivity immer wichtiger.“ Die Herausforderung besteht daher laut dem Vertriebsmanager darin, mit einer SPS auch die Anforderungen der IT-Welt zu erfüllen. Bei Wago gibt es dafür zum Beispiel den Controller PFC. „Der SPS-Programmierer kann damit seine Prozesse steuern und der ITler übernimmt die Datenkommunikation“, schließt R. Schmutte an. „Unsere Controller und Panels ermöglichen mit ihrer komplett offenen Linux-Plattform kollaboratives Arbeiten und dies deutlich flexibler, als es zum Beispiel eine geschlossene Plattform erlauben würde. Die Controller-Plattform ist offen für unterschiedliche Programmiervarianten und -sprachen: Neben der Programmierung nach IEC 61131-3 sind das unter anderem Pyhton, C++ oder C#. Das haben wir auch der Integration der Docker-Technologie zu verdanken.“ Ein Hauptziel für den PFC-Con­troller mit der Docker-Technologie besteht laut R. Schmutte darin, „neue Anwender zur Mitarbeit zu begeistern und zu gewinnen.“

Neben leichtgewichtigen Applikationen wie Node-Red können neuerdings auch höherwertige Algorithmen, aus dem Bereich des „unscharfen Schließens“, wie sie im Umfeld des Machine Learning bekannt sind, direkt im Controller laufen. „Hierfür haben wir uns aus der IT stammenden Technologien bedient, wie Docker“, schließt Dr. T. Holm an.

Der kollaborative Ansatz bietet nicht nur Zukunftsschutz, ­sondern ermöglicht es, dass neben den SPS-Programmierern auch Webdesigner die Visualisierung erstellen oder IT-Experten die Datenbank verknüpfen oder Programmierer Hochsprachenprogramme bearbeiten können. „Der Einstieg ist dabei schnell und unkompliziert“, teilt R. Schmutte mit. „Wir sprechen neue Anwender an, die weit weg von der SPS-Programmierung sind.“

Basierend auf dem PFC-Controller hat Wago mit der IoT-Box eine Lösung geschaffen, die „ready-to-work“ ist. Bei der hard- und softwareseitig sofort einsetzbaren Box handelt es sich um eine einfach zu handhabende, praktische Lösung mit konkretem Mehrwert. Dabei ist sie universell einsetzbar und optimal geeignet für Maschinen-, Geräte-, Liegenschaftsanbindung sowie Asset Management. Sie ist komplett vorgefertigt und in einem soliden Gehäuse untergebracht. „Selbst große IT-Firmen zeigen großes Interesse an unseren einfachen Lösungen, wie der IoT-Box“, stellt der Vertriebschef heraus. „Das Konzept einer einfachen und offenen Automatisierung wird also auch zukünftig unser Portfolio prägen“, ergänzt Dr. T. Holm.

„Für die Steuerungstechnik gilt: Mehr Leistung führt zu mehr Möglichkeiten“, stellt R. Schmutte fest. Dies gilt ebenso für die Docker-Technologie: Die Herausforderung besteht darin, die Ressourcen der Docker mit ihren vielfältigen Funktionen für das Gesamtsystem zu nutzen. „Anwender können bestimmte Funktionen und Anwendungen auf den Containern testen und erst, wenn diese sicher funktionieren, werden sie auf die Steuerung gebracht“, erläutert der Vertriebsleiter Automation weiter. So bringt die schlanke Technologie für die Wartung Vorteile mit sich: Es muss nicht immer die gesamte Anwendung aktualisiert werden, sondern gegebenenfalls nur bestimmte Teile. Auch die Wiederverwendbarkeit bestimmter Programmteile ergibt sich daraus. „Zur Hannover Messe haben wir die Docker-Technologie in die Firmware unserer Steuerungen der zweiten Generation PFC implementiert und sie kann genutzt werden“, schließt er stolz an.

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