Digitaler Zwilling und Cloudlösungen

Dr. Thomas Holm: „Mit Docker lassen sich vorgefertigte Lösungen nutzen“ (Quelle: Wago)
Wago treibt auch die Konzepte des digitalen Zwillings voran – jeweils in den dabei erforderlichen Aspekten. „Unsere eigenen Produkte stehen zum Beispiel als 3D-Modell zur Verfügung“, erklärt Dr. T. Holm. „Wir binden Merkmalsysteme wie ‚eCl@ss‘ ein. Auch ‚AutomationML‘ nutzen wir.“ Er setzt fort. „Auch für ganze Maschinen haben wir ein Konzept des digitalen Zwillings. Mit Dima-MTP haben wir 2015 eine Lösung auf den Weg gebracht, mit dem Module wie Heizaggregate oder Zentrifugen aus dem Maschinenbau zum Beispiel in ein Scada-System eingebunden werden können. Der digitale Zwilling, der hier genutzt wird, ist der Module Type Package, kurz MTP, der aktuell in der VDI2658 spezifiziert wird.“
Als Beispiel für einen digitalen Zwilling nennt R. Schmutte die Optimierung einer Heizkraftanlage, mit dem Wago auch den Hackathon auf der SPS IPC Drives 2018 gewonnen hat: „Über Docker wurde hier eine Regeloptimierung realisiert. Nachdem die optimierten Ergebnisse vorlagen, wurden diese auf die Anwendung auf die Anlage übertragen.“
In Bezug auf Cloudlösungen verfolgt Wago laut R. Schmutte eine duale Produktstrategie. Zum einen geht es um die Cloud Connectivity der Controller: „Bereits im Auslieferungszustand können unsere Controller mit allen wesentlichen Cloudlösungen kommunizieren – dazu zählen Azure, IBM, die Wago Cloud und neuerdings auch SAP.“ Der Vertriebsleiter ist überzeugt, dass diese Cloud Connectivity weiter zunehmen wird: „Ähnlich wie mit den Bussystemen für unser IO-System.“ Auf der Hannover Messe wird bereits die IoT-Box mit Anbindung an die SAP-Cloud präsentiert.
Darüber hinaus wird mit der Wago Cloud „ein bezugsfähiges Haus“ angeboten, welches für die Wago-Komponenten optimiert ist. „Für dieses ‚Haus‘ kann dann noch ein ‚Anbau‘ mithilfe unserer Tochterfirma M&M Software realisiert werden“, beschreibt R. Schmutte die Strategie des Unternehmens. „Dies ist dann die Basis für viele IT-Anwendungen. Über die REST-Schnittstelle kann unsere Lösung einfach an andere IT-Systeme angedockt werden, die dann die Daten aus unserer Cloud nutzen.“ Wago sieht sich somit auch als Daten-Broker für andere Cloud- und IT-Systeme.