Roland Wagner, Head of Product Marketing bei Codesys, präsentiert Neuheiten (Quelle: VDE VERLAG)
Auf der SPS-Messe präsentierte Codesys mehrere Neuerungen rund um sein Engineering-Ökosystem. Im Fokus stand dabei unter anderem Codesys go!, eine neue, webbasierte Entwicklungsumgebung, die erstmals als Vorabversion vorgestellt wurde. Ergänzt wurde der Messeauftritt durch verschiedene KI-basierte Ansätze, die Anwender künftig beim Programmieren, Analysieren und Dokumentieren unterstützen sollen.
Mit Codesys go! zeigte das Unternehmen eine erste Vorschau auf eine Entwicklungsumgebung für IEC-61131-3-Bibliotheken und -Applikationen, insbesondere in Structured Text (ST) und Ladder. Auf dem Messestand wurde demonstriert, wie sich mit Codesys go! eine Steuerungsapplikation erstellen lässt, die über einen Modbus-Client mit Sensoren und Aktoren kommuniziert. Perspektivisch soll die Plattform schrittweise erweitert werden. Ziel ist es laut R. Wagner, Entwicklungsaufgaben zu beschleunigen, die Zusammenarbeit in Teams zu erleichtern und Engineering-Prozesse besser in CI/CD-Abläufe einzubinden. Moderne IT-Workflows sollen so konsequent auf die IEC-Entwicklung übertragen werden.
Technologisch setzt Codesys go! vollständig auf Webtechnologien. Dadurch ist die Lösung unabhängig vom Betriebssystem und kann sowohl lokal als Anwendung als auch zentral als Web-Applikation betrieben werden – etwa auf einem Server oder sogar direkt auf der Steuerung.
Ein weiteres zentrales Thema war der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Codesys-Engineering und in der Dokumentation. Ein integrierter Chatbot innerhalb der Online-Hilfe beantwortet technische Anwendungsfragen schnell und gezielt. Darüber hinaus unterstützen prototypische KI-Funktionen wie Code-Vervollständigung und Code-Analysen beim Programmieren, beim Beheben von Übersetzungsfehlern sowie beim Erkennen sogenannter „Code Smells“.
Über das Model Context Protocol (MCP) lassen sich zudem Arbeitsschritte im Codesys Development System mithilfe externer KI-Tools – etwa Claude Desktop – automatisieren. Sämtliche KI-basierten Änderungen können dabei über Codesys Git dokumentiert werden und bleiben so für eine manuelle Überprüfung vollständig nachvollziehbar. Anwender profitieren von weniger Routinearbeit, kürzeren Entwicklungszeiten und einer höheren Code-Qualität. Die vorgestellten KI-Funktionen befinden sich derzeit noch in der Erprobungsphase.