Aus Daten Informationen und Wissen schöpfen

Mit Irma (Industrie Risiko Management Automatisierung) gibt es ein leistungsfähiges Industrie-Computersystem, mit dem Cyberangriffe schnell identifiziert und abgewehrt werden können. (Quelle: Shutterstock_739841368_Videc)
Als echte Datendrehscheibe hat sich June5, der mobile Leit- stand für Anlagen, etabliert. „Wie immer bei uns basiert auch June5 auf einer offenen Konzeption, denn alles andere wäre eine Einschränkung“, weiß der Geschäftsführer. Vor vier Jahren belegte die Lösung den zweiten Platz beim Industrie 4.0 Innovation Award. „Das hat uns für die Weiterentwicklung Mut gemacht“, findet D. Barelmann. Die Lösung, die als Webportal aufgesetzt wurde, ermöglicht heute in Echtzeit den Zugang zu allen Informationen und Daten und ist on Premise wie auch in der Cloud einsetzbar. „Die Lösung ist zum Beispiel dafür ausgelegt, um aus industriellen Langzeitarchiven Informationen und Daten herauszuholen – und dies sogar über unterschiedliche Werke hinweg“, berichtet D. Barelmann. „Die Daten der Werke können dann miteinander verglichen werden – dies gilt auch für die Alarmanalyse, Batchprozesse oder die Berichte.“ Die Daten lassen sich nahezu beliebig miteinander verknüpfen. Über die komfortable Benutzeroberfläche in Form von Dashboards können Anwender auf ihrem Smartphone oder Tablet mit einfacher Gestensteuerung oder auch vom Desktop die gewünschten Daten abrufen und auswerten. Die übersichtliche Darstellung in Graphen und Diagrammen sorgt für eine umfangreiche Prozesskontrolle. Sekundenschnell lassen sich Berichte zur weiteren Auswertung und Analyse erstellen. „Unser Reportgenerator bietet eine hohe Flexibilität, um Daten abzugreifen und miteinander zu vergleichen“, weiß D. Barelmann. Die Lösung wartet mit einer Fülle an Funktionen auf, die ständig zielgerichtet erweitert werden. Aktuell sind erweiterte Funktionen in den Oberflächen und in den Ankopplungen sowie Abfragen über unterschiedliche Systeme und auch weltweite Standorte hinzugekommen. Darüber hinaus können Fahrtrouten aufgezeichnet und Standortinformationen von festen Niederlassungen integriert werden.
Als weitere Basis für fundierte Auswertungs- und Analyseprozesse hat Videc bereits seit vielen Jahren Acron im Programm. Diese Lösung führt alle Daten und Informationen der Anlagen effizient zusammen und ermöglicht Analysen & Berichte zur Prozessoptimierung. „Acron und June5 haben unterschied- liche Anwendungen im Fokus“, berichtet D. Barelmann. „Für Auswertungen auf lokaler Ebene bringt Acron die richtige Architektur mit hoher Flexibilität mit.“
Schnelleres Identifizieren der Assets
Alle digitalen Lösungen erfordern es, Cyberangriffe möglichst schnell zu identifizieren und abwehren zu können. Die Frage dabei: Wie lässt sich Security strategisch und kostengünstig im Unternehmen implementieren? Laut M. Woehl ist das Know-how auf der IT-Seite für die Anforderungen im OT-Bereich oft nicht sehr ausgeprägt. „Security wird in der Managementetage meist nur als Kostenfaktor wahrgenommen“, betont der Automatisierungstechnikingenieur.
Mit Irma hat der Videc-Partner Achtwerk eine Lösung geschaffen, die kontinuierlich Produktionsanlage überwacht, Informationen zu Cyberangriffen liefert und die risikobasierte Analyse sowie die intelligente Alarmierung mittels einer übersichtlichen Management-Konsole ermöglicht. Bei der strategischen Betrachtung des Themas ging es nun darum, auch das Thema Kostenreduzierung mit dazu zu nehmen. Seit Kurzem gibt es ein weiteres Ergebnis.
Die Kooperation mit Auvesy ermöglicht nun einen weiteren wichtigen Meilenstein hin zu einer digitalen Gesamtstrategie. Für die Betreiber von komplexen und integrierten Automatisierungslösungen stellt Versiondog von Auvesy quasi ein Industriestandard dar, wenn es um die Themen Versionisierung, Back-up und Restore geht. „Die Pflege der Automatisierungsassets spielt gerade bei Projekten in historisch gewachsenen Automatisierungsstrukturen oder bei schnellen Veränderungszyklen eine entscheidende Rolle“, betont M. Woehl. Auvesy hat das längst erkannt. Das Unternehmen ist deswegen eine strategische Kooperation mit Videc und dem Irma-Hersteller Achtwerk eingegangen. „Eine echte Win-Win-Situation“, freut sich der Videc-Prokurist. „Denn beide Produkte erfahren einen signifikanten Zuwachs der Gesamtfunktionalität.“
Ziele der Kooperation sind es, zum einen Projektstarts bei den Anwendern zu beschleunigen und zum anderen im Betrieb entscheidende Impulse in puncto Verfügbarkeit und Integrität zu setzen. Besonders profitieren dabei laut M. Woehl die Anwender beider Produkte. Irma bietet darüber hinaus noch eine geballte Portion Cyber-Security für die OT-Netzwerke der einsetzenden Unternehmen. „Asset Management und Cybersecurity haben eine Gemeinsamkeit“, betont der Prokurist. „Man muss seine Anlage kennen, sonst kann man sie nicht schützen.“ Auvesy-Geschäftsführer Dr. Tim Weckerle sieht Mehrwerte der Kooperation vor allem in Hinblick auf die Digitalisierung der industriellen Fertigung: „Das Zusammenspiel von Irma und Versiondog liefert einen weiteren Baustein in der Umsetzung einer ganzheitlichen Cybersecurity-Strategie für das Industrial Internet of Things. Während Irma Netzwerkanomalien in Sekundenschnelle erkennt und meldet, ermöglicht Versiondog mit seiner Back-up- und Recovery-Lösung schnellstmöglich auf den letzten ‚normalen‘ Stand zurückzugehen und die Anomalie so zu beseitigen.“
Ein Projekt mit Versiondog und Irma startet dabei denkbar einfach: Zunächst wird Irma passiv am Mirrorport im Automatisierungsnetzwerk angeschlossen und lernt so über den aufgezeichneten Datenverkehr die angeschlossenen Netzwerkteilnehmer kennen. Die so ermittelten Assets werden über die integrierte Versiondog-Schnittstelle von Irma an das Asset- Management-System übermittelt und dort weiter gepflegt. „Irma übernimmt also für Versiondog das aktive Abfragen aller Assets“, erklärt M. Woehl. Mittels des von Auvesy beigestellten eigens entwickelten Fingerprinting-Moduls wird dann die ermittelte Infrastruktur in einem fest vorgegebenen Rhythmus aktiv überprüft und zu Versiondog zurück gespiegelt.