Smart-Sensor-Plattform liefert weitere Daten

Bild 4: Auf der Hannover Messe hatte Weidmüller erstmals seine Smart-Sensor-Plattform – hier mit Drives-Applikation – vorgestellt (Quelle: Weidmüller)
Um Kunden zukünftig auch bei der Erhebung der Daten noch besser unterstützen zu können, führt Weidmüller aktuell eine Smart-Sensor-Plattform ein. Nach den Details dieser ebenfalls auf der Hannover Messe erstmals vorgestellten Lösung gefragt, stellt Dr. T. Berger zunächst heraus: „Wir wollen nicht in den allgemeinen Sensormarkt einsteigen. Unser Ziel ist es, unseren Kunden die Sensorik bereitzustellen, die das Datenbild in der Maschine insbesondere im Nachrüstfall bereichert und Werte für Condition Monitoring oder Predictive Maintenance liefert. Dies sind in der Regel MEMS für unterschiedliche Messgrößen, wie Temperatur, Vibration, Feuchtigkeit usw. Sie müssen einfach applizierbar sowie industriegerecht designt und geschützt sein und kommunizieren können. Adaptiert wurde diese Idee aus dem Windbereich, wo Weidmüller bereits seit einigen Jahren mit Blade Control eine ähnliche Lösung anbietet. Hier ist entsprechende Spezialsensorik in den Rotorblättern von Windenergieanlagen verbaut und liefert Informationen zur Zustandsüberwachung. „Mit unserer zur Hannover Messe vorgestellten Sensorplattform möchten wir diesen Ansatz auf eine breitere Basis stellen und damit vor allem den Markt des Retrofittings angehen“, berichtet M. Matthesius. Auch er verweist noch einmal auf den Vorteil der industriegerechten Ausführung der Sensoren, die sich vor allem aufgrund der elektromechanischen Eigenschaften von vielen anderen Lösungen am Markt unterscheiden.
Hier schließt sich natürlich die Frage nach der Positionierung beim Thema industrieller Bildverarbeitung bzw. Vision-Systeme an: Einige Automatisierungstechnikanbieter haben bereits den Weg in diese Richtung eingeschlagen. Nach den dahin gehenden Weidmüller-Einschätzungen und -Plänen gefragt, antwortet Dr. T. Berger: „Wir sehen die IBV als Spezialsensorikfeld, das für uns weniger relevant ist. Die Kamera als Datenlieferant betrachtet, liegt hingegen in unserem Fokus. Entsprechende Applikationen haben wir bereits realisiert“.
M. Matthesius ergänzt: „Wir arbeiten gerne mit Kamerahersteller zusammen und nutzen im Bereich der Analytics Informationen, die von Kameras bereitgestellt oder auch vorverarbeitet werden.“ In diesem Zusammenhang stellt er heraus, dass Industrial Analytics nicht bedeute, alle Rohdaten zu analysieren. „Stattdessen können wir auch Teilergebnisse, die zum Beispiel aus der Vorverarbeitung von Vision-Systemen stammen, in unsere Analytics-Lösung integrieren.“
Die Besonderheiten
Insgesamt möchte sich Weidmüller mit seinem Automatisierungs- und Digitalisierungsangebot bei seinen Kunden als erstklassiger IoT-Partner positionieren, der ihm entsprechend seiner Wünsche ein skalierbares Angebot bereitstellt. Als Besonderheit des IoT-Angebots stellt Dr. T. Berger heraus, sowohl die Dienstleistung als auch die Software anzubieten, die den Kunden dabei unterstützt, Mehrwert aus seinen Daten zu generieren. „Dabei kann dies sowohl die Steigerung der Anlagenverfügbarkeit als auch die Optimierung von Servicestrukturen bedeuten“, erklärt er. „Insgesamt liefern wir ein Komplettangebot von der Sensorik über das klassische Weidmüller-Feld der Infrastrukturkomponenten bis hin zur Analytics Software inklusive Softwareunterstützung.“ „Durch die Vielzahl unserer in den letzten Jahren realisierten Projekte und unsere daraus gewonnenen Erfahrungen sind wir heute in der Lage, Kunden – die hier noch unsicher sind – auf ihrem Weg als beratender Partner zu begleiten“, so M. Matthesius.