Modulare HMI-Plattformen für die Pharmaindustrie

Doppel-Monitor-Setup für gleichzeitigen Zugriff sowohl auf MES als auch auf DCS

Doppel-Monitor-Setup für gleichzeitigen Zugriff sowohl auf MES als auch auf DCS (Quelle: : Pepperl+Fuchs)

Im Reinraum sind eine einfache Reinigbarkeit und möglichst wenig Ablagefläche für Stäube und Flüssigkeiten essenziell.

Im Reinraum sind eine einfache Reinigbarkeit und möglichst wenig Ablagefläche für Stäube und Flüssigkeiten essenziell. (Quelle: Pepperl+Fuchs)

Authentifizierung ist dabei nur ein Aspekt eines komplexen Anforderungsprofils. HMI müssen in pharmazeutischen Produktionsumgebungen hygienegerecht gestaltet, leicht zu reinigen und beständig gegenüber Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sein. Hinzu kommen hohe Anforderungen an Verfügbarkeit und Robustheit sowie je nach Einsatzort ein zertifizierter Explosionsschutz, bis hin zu Anwendungen in Zone 1/21. Für international ausgerollte Produktionsumgebungen spielen zudem passende weltweite Zulassungen und Zertifizierungen eine wichtige Rolle. Moderne HMI-Plattformen, wie VisuNet FLX und VisuNet GXP von Pepperl+Fuchs zeigen, wie sich diese Anforderungen in modularen Konzepten umsetzen lassen. Sie ermöglichen die Integration von RFID-Lesern, unterstützen den Einsatz in Ex-Bereichen bis Zone 1/21 und bieten mit ihrem modularen Aufbau eine praxistaugliche Möglichkeit, auf neue Anforderungen zu reagieren. Gerade die Modularität wird dabei zum entscheidenden Faktor. Sie schafft Investitionssicherheit und erleichtert es, Authentifizierungskonzepte über den Lebenszyklus hinweg weiterzuentwickeln.

Ausblick

Künftig dürften kombinierte Ansätze wie RFID plus Passwort als Multi-Faktor-Authentifizierung an Bedeutung gewinnen. Biometrie wird zwar diskutiert, ist in Reinraum- und Ex-Umgebungen aktuell jedoch meist noch schwer praxistauglich umzusetzen. RFID am HMI bleibt damit ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu robusten, alltagstauglichen Authentifizierungskonzepten in der Pharmaproduktion.

Nutzerauthentifizierung per RFID (Zugang & Aktionen am HMI):

Statt gemeinsamer Passwörter nutzt das Personal persönliche RFID-Karten oder -Tags (z. B. den Werksausweis), um sich an HMI für MES-/DCS-Zugriffe anzumelden. Die übertragenen Daten sind häufig verschlüsselt, um Identitätsdiebstahl zu verhindern. So lassen sich Zugänge zu Maschinen, Systemen oder gesicherten Bereichen kontrollieren und Bedienhandlungen eindeutig einer Person zuordnen.

Technische Einbindung

In der Praxis wird der RFID-Reader so konfiguriert, dass er vorhandene Kartentechnologien unterstützt und die Anmeldeinformation an das Host-System weiterleitet. Je nach Architektur erfolgt die Anbindung beispielsweise über USB (HID/Keyboard-Input, CCID/Smartcard) oder serielle Schnittstellen, auch in Ex-Umgebungen wie Zone 2/22.

Security & Compliance: Abgestufte Konzepte nach IEC 62443 (Beispiel)

Ein bewährter Weg ist die schrittweise Erhöhung des Sicherheitsniveaus: von SL0 ohne HMI-Authentifizierung über Bereichsabsicherung (SL1) und Passwortschutz (SL2) bis zur Zwei-Faktor-Authentifizierung (SL3), zum Beispiel Passwort + RFID. So lässt sich Sicherheit erhöhen, ohne die Bedienbarkeit im Reinraum zu vernachlässigen.

http://www.pepperl-fuchs.de/

Yannick Klein Product Marketing Manager bei Pepperl+Fuchs
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