Auch für ihr Geschäftsfeld Keba Handover Automation weist die Unternehmensgruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr eine sehr erfreuliche Entwicklung den höchsten Umsatz in ihrer bisherigen Geschichte aus. Wesentliche Wachstumsimpulse seien dabei aus den beiden Segmenten Banking Automation und Logistics Automation gekommen.
"Paketstationen sind heutzutage aus der Supply Chain von Unternehmen in der Zustelllogistik nicht mehr wegzudenken - eine Erkenntnis, die durch das Investitionsverhalten der gesamten Branche auch im abgelaufenen Geschäftsjahr klar bestätigt wurde", berichtet CFO A. Schoberleitner. Als Erfinder der modernen Paketstation und mit über 25 Jahren Erfahrung habe Keba Ende 2024 eine neue Produktgeneration „loxmate“ vorgestellt und so ihre Marktposition als einer der führenden Hersteller weiter ausgebaut. "loxmate punktet unter anderem mit PV-Panelen am Dach und integrierter Batterie für netzautarken Betrieb", geben die Experten an.
Zudem berichteten die Geschäftsführer, dass die Nachfrage nach modernen, multifunktionalen SB-Automaten im Bankenbereich hoch geblieben sei, da viele Banken ihre Filialkonzepte an veränderte Kundenbedürfnisse und neue betriebswirtschaftliche Anforderungen anpassen würden. "Dank unseres wettbewerbsfähigen Produktportfolios und gezielter Investitionen in Innovationen konnten wir unsere Marktposition weiter stärken. Auch hier steht die Vorstellung der nächsten Produktgeneration kurz bevor", berichtete A. Schoberleitner.
Zudem seien in dem jüngeren Segment des Geschäftsfelds Handover Automation, Digital Public Services mit den SB-Lösungen für den öffentlichen Bereich, wie dem Keba-Bürgerserviceterminal KeCity Point, und AI Assistance Solutions mit dem KI-gestützten digitalen Assistenten KeBob zur Foyerüberwachung, seien erste Vertriebserfolge verzeichnet worden.
Für das Geschäftsfeld Keba Energy Automation wurde von einer erfreulichen Entwicklung der Marktlage nach zwei verhaltenen Jahren berichtet. "Die Nachfrage nach Ladeinfrastrukturlösungen im Segment E-Mobility zeigte einen spürbaren Aufschwung – ein Zeichen für die fortschreitende Transformation des Verkehrssektors", so der CEO. Im für die Energiewende ebenso wichtigen Heizungsmarkt, in dem Keba mit dem Segment Heating Steuerungspartner von Herstellern von Biomasseheizungen und Wärmepumpen ist, sei ein Aufwärtstrend bislang noch kaum erkennbar. "Das Geschäft verläuft stabil auf niedrigem Niveau", so A. Schoberleitner.
Zudem wurde auf zwei strategisch bedeutende Meilensteine im Geschäftsfeld Energy Automation hingewiesen: die erfolgreiche Markteinführung der neuen innovativen Wallboxgeneration Keba KeContact P40 und die Akquisition eines österreichischen Herstellers von DC-Ladelösungen.
"Beide Schritte wurden vom Markt sehr positiv aufgenommen und stärken die Position von Keba Energy Automation als ganzheitlicher Anbieter für Ladelösungen", berichtete C. Knogler. Mit der Erweiterung des Portfolios um leistungsfähige Gleichstromlösungen (auch Schnelllader genannt) biete Keba nun ein vollständiges Sortiment an AC- und DC-Ladelösungen – von der privaten Anwendung bis zum gewerblichen Einsatz und vom Elektroauto bis zum LKW. "Das unterstreicht das klare strategische Bekenntnis zur Elektromobilität und schafft die Grundlage für weiteres Wachstum in einem zukunftsorientierten, technologiegetriebenen Marktumfeld", so der CEO weiter.
Digitalisierung und KI weiter im Fokus
Ein weiteres Thema war die im April bekannt gegebene Übernahme des oberösterreichischen KI-Spezialisten 7LYTIX. Diese wurde als wichtiger strategischer Schritt angegeben, um ihre digitalen Kompetenzen zu stärken und den Ausbau des Digital Business konsequent voranzutreiben. Das 2016 gegründete Unternehmen bringt Know-how in der Entwicklung und Anwendung von KI-Technologien im Bereich Banking, Retail und Industrie mit und ergänzt damit ideal KEBAs langjährige KI Kompetenz in der Automatisierung verschiedener Branchen.
Mit der Bündelung der Expertisen möchte Keba ihre Position als zukunftsorientierter Technologieanbieter im internationalen Wettbewerb stärken. Gleichzeitig soll dadurch die Umsetzung laufender Entwicklungen rund um den sinnstiftenden Einsatz künstlicher Intelligenz gepusht werden. "Zudem stärkt dieser Schritt den weiteren Auf- und Ausbau der Software- und Digitalgeschäfte sämtlicher Keba-Geschäftsfelder. Organisatorisch wurde das ehemalige 7LYTIX Team in den Bereich Digital Business der Unternehmensgruppe eingegliedert. Alle Mitarbeiter wurden übernommen", stellte C. Knogler heraus.
Durch den gezielten Einsatz von KI im eigenen Produktportfolio sowie in der eigenen Prozesslandschaft, will Keba eine Vorreiterrolle einnehmen. Nach Unternehmensangaben spielt der Einsatz von KI im Produktportfolio aller drei Geschäftsbereiche eine immer größer werdende Rolle. C. Knogler verwies vor allem auf die Potentiale von lokaler KI, sogenannter On-Device AI, die es Maschinen und Geräten ermögliche, KI-Modelle ohne Verbindung zur Cloud-Infrastruktur lokal zu nutzen. "Das eröffnet in der Automatisierungstechnik neue und vor allem cyber-sichere Funktionen", stellt er heraus. Ferner verwies er darauf, dass sich Keba seit rund 7 Jahren mit KI in Steuerungslösungen für Maschinen und SB-Geräten beschäftige. Bereits 2023 sei ein erstes serienreifes KI-Modul für die industrielle Automation vorgestellt worden, das die Vorteile von On-Device AI nutzt.
"Das KI-Erweiterungsmodul (AE 550) kommt aktuell im Bereich der Industrial Automation vor allem für KI-Anwendungen rund um das Thema Computer Vision, sprich Objekterkennung, Positionsbestimmung oder Bewegungserfassung zum Einsatz. Zu den praxisnahen Einsatzszenarien zählen Qualitätskontrolle, Sortierung, Verpackung, Roboterführung und Logistikoptimierung", so der CEO.
Zudem verwiesen die Unternehmenssprecher auf die im vergangenen Jahr vorgestellte KI-gestützte, mehrsprachige Sprachassistenz. Derzeit handelt es sich dabei noch um ein Innovationsprojekt, das zeigen soll, wie eine intuitive, sprachunabhängige Nutzerführung künftig aussehen kann. Teil der Lösung ist ein animierter Keba-eigener multilingualer Avatar, der als visuell präsente, sprechende Benutzeroberfläche fungiert. Die animierte Person vermittelt relevante Informationen in sämtlichen Sprachen, reagiert in Echtzeit auf Fragen und unterstützt situationsabhängig. "Ein natürlicher, niederschwelliger Zugang zur Mensch-Maschine-Interaktion, der herkömmliche Touch-Interfaces, wie Keba diese seit Jahrzehnten erfolgreich vermarktet, sinnvoll ergänzt".
Prinzipiell sieht Keba KI als entscheidenden Schlüssel zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im globalen Umfeld. "Ein Werkzeug, das es einzusetzen gilt – gleichermaßen begeistert, aber auch nüchtern und verantwortungsvoll." Daher setzt Keba KI nicht nur gezielt in den eigenen Produkten ein, sondern auch zunehmend in internen Prozessen.