S5/S7 AI für Windows verbindet die bekannte Oberfläche der IBHsoftec-Software mit einer neuen Copilot-Funktion für die KI-gestützte Programmanalyse (Quelle: IBH softec)

S5/S7 AI für Windows verbindet die bekannte Oberfläche der IBHsoftec-Software mit einer neuen Copilot-Funktion für die KI-gestützte Programmanalyse (Quelle: IBH softec)

Viele Maschinen laufen länger, als ihre Programmierer im Betrieb bleiben. Genau das wird für Betreiber von Bestandsanlagen zunehmend zum Problem. Die Steuerung funktioniert noch, die Anlage produziert – bis sie plötzlich stehen bleibt. Dann beginnt oft die mühsame Suche nach Wissen, das im Unternehmen kaum noch vorhanden ist.

„Es gibt sehr, sehr viele Maschinen, die seit vielen Jahren in Betrieb sind und dann doch mal kaputt gehen“, sagt Axel Hulsch, CTO von IBHsoftec. Gleichzeitig verschärfe der demografische Wandel die Lage: „Es gehen inzwischen viele Fachleute in den Ruhestand – und darunter auch Elektriker und Elektroniker, die diese Anlagen noch kennen.“

Genau an diesem Punkt setzt IBHsoftec an. Mit S5/S7 AI für Windows will das Unternehmen die Diagnose älterer S5- und S7-Anlagen mit einem integrierten KI-gestützten Copiloten vereinfachen. Die Grundidee beschreibt A. Hulsch so: „Ein Tool zu herausbringen, mit dem man mit Hilfe von künstlicher Intelligenz an solchen Projekten, an solchen Maschinen arbeiten kann und da drin Fehler suchen kann, was nicht funktioniert.“ Für moderne Steuerungswelten gebe es bereits KI-Ansätze, „aber für die Alten gibt es nichts“.

Bekanntes Bediengefühl, neue Technik

Technisch ist die neue Lösung nach Angaben von IBHsoftec kein kleines Update, sondern ein Neuaufbau. „Wir haben jetzt unser komplettes S5/S7 für Windows komplett neu geschrieben – komplett als 64-Bit-Version“, sagt A. Hulsch. Die klassische Funktionalität bleibe erhalten: „Es hat alle Funktionen wie das bisherige S5/S7 für Windows. Unter der Haube ist es komplett neu.“

Für Anwender soll der Umstieg trotzdem leichtfallen. „Rein äußerlich [sieht es] erst mal exakt gleich aus“, so Hulsch. Neu sei im Wesentlichen ein zusätzliches Element in der Oberfläche: „Es gibt nur eine unscheinbare Taste mehr. Das ist die Copilot-Taste.“

Damit verfolgt IBHsoftec einen pragmatischen Ansatz: keine radikale neue Bedienwelt, sondern vertraute Software mit einer zusätzlichen Intelligenzschicht.

KI liest mit – und erklärt

Der Copilot basiert laut IBHsoftec in der aktuellen Version auf GPT 5.4. Öffnet der Anwender ein Projekt, analysiert das System Bausteine, Inhalte und Kommentare und verdichtet diese Informationen zu einer verständlichen Beschreibung der Programmlogik. „Er liest das aus dem Projekt aus, also aus den Bausteinen, baut sich das aus den Kommentaren, die in den Bausteinen drin sind, zusammen, was eigentlich das Programm macht und worum es geht“, erklärt A. Hulsch.

Das verändert den Zugang zu alter Automatisierungslogik spürbar. Statt sich mühsam durch Bausteine, Querverweise und Symbolik zu arbeiten, können Anwender Fragen in natürlicher Sprache stellen. „Das ist ein Dialog, den du hast“, beschreibt Hulsch das Prinzip.

Besonders bemerkenswert ist aus seiner Sicht, wie gut sich das Sprachmodell für SPS-Code eignet: „SPS-Programme, wie Step-7, werden perfekt eingelesen und die können auch sehr, sehr gut ausgewertet werden.“

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