
Axel Hulsch ist CTO von IBH softec in Beerfelden (Quelle: IBH softec)
Hilfe im entscheidenden Moment
Seine eigentliche Stärke spielt das System jedoch nicht beim bloßen Erklären von Programmen aus, sondern im realen Störungsfall. Laut A. Hulsch greift der Copilot nicht nur auf Projektinformationen zu, sondern auch auf aktuelle Zustände aus der Steuerung: „Das Besondere dabei ist, dass der Copilot an sämtliche Online-Zustände der Maschine kommt.“
Damit kann die KI nicht nur erläutern, was das Programm grundsätzlich tut, sondern auch, was an der realen Maschine gerade passiert. In einer konkreten Vorführung bezog der Copilot unter anderem CPU-Zustand, Diagnosepuffer, Hardwarekonfiguration, Bausteinstatus und Signalzustände in seine Analyse ein. Daraus leitete er konkrete Hinweise für die Fehlersuche ab.
Gerade für Service und Instandhaltung ist das relevant. Denn im Feld steht oft nicht der Programmierer der Anlage, sondern ein Elektriker oder Servicetechniker, der unter Zeitdruck handeln muss. „Dann kann wirklich jemand, der diese SPS kaum kennt oder wenn er über das Programm keine Kenntnisse hat, hier zurechtkommen“, sagt A. Hulsch.
Zwischen SPS-Code und Werkstattpraxis
Der Copilot soll damit nicht nur ein Analysewerkzeug für Experten sein, sondern auch eine Art Übersetzer zwischen Softwarewelt und Werkstattrealität. A. Hulsch formuliert den typischen Anwendungsfall bewusst einfach: „Ich bin Elektriker und habe von SPS keine Ahnung – was soll ich machen?“ Genau für diese Situation soll die KI konkrete Handlungshinweise liefern.
Das kann in der Praxis viel Zeit sparen. Statt sich erst in historisch gewachsene Programme einzuarbeiten, lässt sich gezielt nach Funktionen, Signalen oder Fehlerursachen fragen. Auch Checklisten oder einfachere Erklärungen für andere Beteiligte lassen sich erzeugen. A. Hulsch bringt den Nutzen auf den Punkt: „Ich mach eigentlich an dem Programm nix und kann mit diesem Copilot den Fehler suchen.“
Diagnose ja, Eingriff nein
So offensiv IBHsoftec das Thema KI bei der Diagnose angeht, so klar zieht das Unternehmen die Grenze beim Eingriff in laufende Prozesse. Der Copilot soll ausdrücklich nicht aktiv in die Steuerung eingreifen. „Er kann keinen Eingang setzen. Er kann kein Programm ändern, bewusst nicht. Er kann nicht in das Programm eingreifen. Er kann nur passiv Zustände abfragen“, unterstreicht A. Husch.
Diese Begrenzung ist aus Sicht von A. Hulsch kein Nachteil, sondern Voraussetzung für einen sinnvollen Einsatz in Bestandsanlagen. „Es geht nur m Diagnose“, betont er. Gerade bei älteren Maschinen sei es „äußerst problematisch, mit KI irgendwo in den Prozess einzugreifen“.
Damit positioniert sich die Lösung bewusst nicht als autonome Optimierungsinstanz, sondern als intelligenter Assistent für die Fehlersuche.
Mehrsprachig denken
Zusätzlichen Nutzen sieht IBHsoftec in der sprachlichen Flexibilität des Systems. Gerade bei international eingesetzten oder importierten Maschinen könne der Copilot helfen, Programmlogik und Maschinenverhalten in der jeweils benötigten Sprache zu erklären.
Gerade in globalen Servicekonstellationen könnte das ein interessanter Hebel sein – besonders dann, wenn Dokumentation, Kommentare und Anlagenhistorie nicht in der Sprache des aktuellen Serviceteams vorliegen.
Fazit
Mit S5/S7 AI für Windows bringt IBHsoftec KI dorthin, wo sie besonders nützlich sein kann: in die Diagnose von Bestandsanlagen, deren Technik noch läuft, deren Wissen aber schwindet. Die neue 64-Bit-Software verbindet vertraute Bedienung mit einem auf GPT 5.4 basierenden Copiloten, der Programme erklärt, Zustände interpretiert und Servicepersonal bei der Fehlersuche unterstützt.
Der Ansatz ist dabei bewusst klar gehalten: lesen, verstehen, erklären – aber nicht eingreifen. Gerade diese Fokussierung könnte der Lösung in der Praxis helfen. Oder, wie A. Hulsch es formuliert: „Das, was es wirklich zum leistungsfähigen Diagnosewerkzeug macht, ist dieser Copilot.“