Nachhaltigkeit und Diversität im Fokus

Lassen Sie uns bitte noch einen tieferen Blick auf das Thema Nachhaltigkeit werfen. Schneider Electric zählt hier sicherlich zu den Vorreitern und wurde dahingehend schon mehrfach ausgezeichnet. Bitte geben Sie Einblicke in Ihr Nachhaltigkeitsverständnis und Ihre Nachhaltigkeitsstrategie.

B. Frei: Mit einer 20-jährigen Erfahrung mit und für Nachhaltigkeit wissen wir, dass Nachhaltigkeit und Produktivität Hand in Hand gehen. Wir helfen unseren Kunden, nachhaltige Methoden für wirtschaftliches Wachstum zu nutzen, ohne die Zukunft unseres Planeten zu gefährden.

Für uns umfasst Nachhaltigkeit die Bereiche Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Im Jahr 2005 waren wir die Ersten, die mit einem branchenführenden Nachhaltigkeitsbarometer unsere Auswirkungen auf die Menschen, den Planeten und den Gewinn überwacht haben. In den letzten 20 Jahren haben wir unseren Kunden 120 Mio. t CO2-Emissionen erspart und rund 30 Mio. Menschen Zugang zu Energie verschafft. Außerdem wurde Schneider Electric im Jahr 2025 von Corporate Knights zum zweiten Mal als das weltweit nachhaltigste Unternehmen in der Global-100-Liste ausgezeichnet.

Wir helfen unseren Kunden zu erkennen, dass die Einführung nachhaltiger Maßnahmen zu erheblichen Kosteneinsparungen führen kann. So lassen sich beispielsweise durch Energieeffizienz die Energiekosten senken, während durch eine schlanke Produktion Abfälle auf ein Minimum reduziert werden. Das senkt wiederum die Kosten und die Umweltbelastung. Oder der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft – bei der Materialien recycelt und Nebenprodukte wiederverwendet werden – kann neue Märkte und Geschäftsmodelle erschließen und neue und dauerhafte Einnahmequellen schaffen. Da die Verbraucher immer umweltbewusster werden, neigen sie dazu, Marken zu bevorzugen, die Nachhaltigkeit betonen. In Verbindung mit den gesetzlichen Vorschriften treibt dies die Unternehmen dazu an, umweltfreundlichere Praktiken einzuführen. Damit wird Nachhaltigkeit zu einem entscheidenden Faktor zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

Schneider Electric zeichnet sich nicht alleine durch sein Nachhaltigkeitsengagement aus, sondern auch durch eine hohe Frauenquote unter anderem in Führungspositionen. Bitte geben Sie Einblicke in die Hintergründe und positiven Aspekte, die sich dadurch für Ihr Unternehmen selbst und Ihre Kunden ergeben.

B. Frei: Bei 139 Mio. neuen Arbeitsplätzen, die bis 2030 weltweit im Bereich der Energiewende prognostiziert werden, sind Frauen bereit, eine entscheidende Rolle bei der Besetzung von technischen und Führungspositionen zu übernehmen. Da die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften weiter steigt, wird die Einbeziehung von Frauen unerlässlich, um die bestehende Qualifikationslücke zu schließen und eine grüne Belegschaft zu fördern, die sowohl vielfältig als auch inklusiv ist. Indem wir Frauen einbeziehen und stärken, können wir garantieren, dass der Sektor der Energiewende floriert und sein volles Potenzial ausschöpft.

Schneider Electric möchte zu den inklusivsten und fürsorglichsten Arbeitgebern gehören. Wir haben vor mehr als 15 Jahren damit begonnen, uns zu einem Unternehmen mit ausgewogenem Geschlechterverhältnis zu entwickeln. Wir haben die Steigerung des Frauenanteils in unserer Belegschaft sowie in Führungspositionen als eine geschäftliche Notwendigkeit erkannt. Deshalb hat sich der Konzern zum Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft zu erhöhen, und versucht, alle Geschlechter in diesen Prozess einzubeziehen. Im Jahr 2021 erneuerte Schneider Electric sein Engagement für ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis mit dem Ziel, dass bis 2025 50 % aller neu eingestellten Mitarbeitenden, 40 % der Führungskräfte und 30 % der leitenden Angestellten Frauen sind. Diese Verpflichtung ist ein Beleg für die Fortschritte, die der Konzern gemacht hat, und ein klares Signal, dass er seine Bemühungen um ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen den Geschlechtern auf allen Ebenen des Unternehmens verstärken will.

Wir führen auch mehrere Initiativen zur Unterstützung von Frauen in MINT-Fächern durch. Eine davon ist das „Youth Education & Entrepreneurship“-Programm von Schneider Electric. Es zielt darauf ab, Frauen im Energiesektor zu stärken und die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern.

2019 haben Schneider Electric und seine Stiftung in Zusammenarbeit mit Plan International sowie einem Konsortium von Interessengruppen das Programm DESFERS (Economic and Social Development of Women through Renewable Energies in the Sahel) ins Leben gerufen. Mit diesem sollen Frauen in ländlichen Gebieten, in denen restriktive soziale Normen die wirtschaftliche Teilhabe oft einschränken, sozioökonomisch gestärkt werden.

Diese Initiative stärkt Frauen im Senegal, in Mali und im Niger durch die Vermittlung grüner Kompetenzen, durch Investitionen in die Modernisierung von technischen Schulen und durch die Förderung des Unternehmertums von Frauen, die in den wachsenden Sektor der erneuerbaren Energien einsteigen. Bis heute hat das DESFERS-Programm mehrere wichtige Ergebnisse erzielt. Dazu zählen die Schulung von 7.204 Frauen in grünen Kompetenzen, die Gründung von 6.099 von Frauen geführten grünen Unternehmen und die Verbesserung des Zugangs
zu erneuerbaren Energielösungen sowie Krediten für 21.000 Frauen. Durch den Aufbau des richtigen Ökosystems mit Schulungen, Mentoring und Zugang zu Finanzmitteln befähigt das Partnerkonsortium Frauen dazu, eine gerechte Energiewende anzuführen. Das Konsortium wurde kürzlich vom Weltwirtschaftsforum zum DEI-Leuchtturm (Diversity, Equity and Inclusion) ernannt.

Wir hatten bereits über die Bedeutung von Automatisierung und Digitalisierung rund um Klimawandel und Ressourcenknappheit gesprochen. Bitte senden Sie abschließend auch noch eine technikbegeisternde Botschaft an die Generation Z, für die genau diese Themen die höchste Relevanz haben.

B. Frei: Angetrieben durch KI, das Internet der Dinge und Big Data ist die „intelligente“ Industrie von heute sauberer, sicherer und flexibler. Es entsteht eine neue industrielle Identität. Dieser tiefgreifende technologische Wandel steigert die Produktivität, senkt die Kosten und fördert nachhaltige Arbeitsmethoden. Da Datenwissenschaft, künstliche Intelligenz, Robotik, Cybersicherheit und Cloud-Computing zu wesentlichen Elementen der intelligenten Fertigung werden, steigt der Bedarf an einer neuen Generation von Datenwissenschaftlern und -analysten, die diesen Wandel unterstützen.

Die Industrie dient als starker Katalysator für positive Veränderungen, indem sie konsequent Innovationen vorantreibt und gleichzeitig umweltbewusster sowie sozialer wird. Bei diesem Wandel geht es nicht nur um die Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen, sondern um die Neugestaltung der Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten und mit der Gesellschaft sowie dem Planeten interagieren. Darüber hinaus spielt der Industriesektor eine entscheidende Rolle bei der „Gestaltung einer gerechten und integrativen Energiewende“. Das bedeutet, dass wir bei der Umstellung auf nachhaltigere Energiequellen sicherstellen müssen, dass dies für alle fair und gerecht abläuft.

Meine konkrete Botschaft an die junge Generation lautet: Jetzt ist es an der Zeit, dass Ihre Generation aufsteht und etwas bewegt. Mit Ihrer Leidenschaft für Nachhaltigkeit haben Sie das Potenzial, sinnvolle Veränderungen in der Branche voranzutreiben. Indem Sie sich innovative Technologien zu eigen machen und für verantwortungsvolle Verfahren eintreten, können Sie dazu beitragen, eine Zukunft zu gestalten, die nicht nur die Bedürfnisse von heute erfüllt, sondern auch die Umwelt für künftige Generationen schützt.

Ebenso habe ich eine Botschaft an die Industrie: Wenn wir die digitale Generation anziehen wollen – die mit Technologie aufgewachsen ist, um mit ihrer Umgebung in Kontakt zu treten und sie zu beeinflussen, sowie die Innovationen wie künstliche Intelligenz begrüßt –, müssen wir unsere Story selbstbewusst teilen. In einer Zeit, in der die Gaming-Branche, soziale Medien, TikTok und Internet-Influencer um die Aufmerksamkeit der Generation Z wetteifern, müssen wir unsere Engagement-Strategien überdenken und diese Influencer-Plattformen anpassen sowie nutzen, um effektiv zu zeigen, wie Automatisierung und Digitalisierung die Landschaft der industriellen Arbeit positiv verändern!

www.se.com/de

Hannover Messe 2025: Halle 11, Stand C52

Barbara Frei, Inge Hübner
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