Veränderungen im Team beschließen und umsetzen

Die neue Version der B&R-Engineering-Software bietet fortschrittliche Engineering-Funktionen, verbesserte Zusammenarbeit und eine Steigerung der Produktivität mithilfe künstlicher Intelligenz. (Quelle: B&R)
Bei der strategischen Weiterentwicklung von B&R Deutschland setzt R. Meckseper auf eine klare Verzahnung zwischen regionaler Marktnähe und globaler Ausrichtung. „Wachstum ist da – aber eben nicht überall. Wir schauen uns genau an, wo in welchen Branchen und Regionen das Potenzial liegt.“ Dieses Marktverständnis entsteht bei B&R „bottom-up“, also aus den Erfahrungen der lokalen Vertriebs- und Applikationsteams, die nah an den Kundenbedürfnissen sind. „Parallel dazu haben wir eine ,Top-down‘-Perspektive basierend auf der globalen Unternehmensstrategie von B&R, wo Zukunftsbranchen identifiziert und priorisiert werden“, berichtet sie. Diese beiden Ebenen würden in internen Workshops zusammengebracht. Ziel sei es, daraus eine mittel- und langfristige Wachstumsstrategie für den Standort Deutschland zu entwickeln.
Mit Blick auf ihre frühere Tätigkeit in der Unternehmensberatung drängt sich die Frage auf, ob der Fokus ihrer neuen Rolle auf der strategischen Ausrichtung von B&R Deutschland liegt. R. Meckseper betont: „Ich bin auch Ingenieurin mit interdisziplinärer Ausbildung. Strategie kann man nicht unabhängig von Technik entscheiden.“ Prinzipiell ist es ihr dabei wichtig, im Team Entscheidungen zu treffen. Dazu verweist sie auf die Bedeutung der Diversität: „Jeder bringt etwas anderes ein – regionale Aspekte, technische Expertise, globale Perspektiven. Diese Vielfalt ermöglicht optimale Ergebnisse“, ist sie überzeugt. Mehr noch: „Es geht darum, als Team den klaren Entschluss zu fassen, wo es hingeht, damit alle hinter der Stoßrichtung stehen.“ Nur so lässt sich ihrer Überzeugung nach Veränderung glaubhaft und effizient umsetzen.
Den Branchenfokus jährlich neu bewerten
Aus ihren vorherigen Stationen bringt R. Meckseper auch umfassende Expertise im Automotive-Bereich mit. Sieht sie darauf aufbauend neue Ansatzmöglichkeiten für B&R? „Automotive ist extrem professionell und exzellent. Wie der Maschinenbau auch, ist die Branche vielfach ein Maßstab, insbesondere, wenn es um die Zuverlässigkeit und Strukturierung interner Abläufe gehe. Diese Erfahrung kann ich sehr gut nutzen“, meint sie.
Die Automobilindustrie selbst ist eine wichtige Branche von B&R, die aktuell allerdings recht unsicher ist. Das ist ein Aspekt mehr, der sie in ihrer Priorität bestärkt, zeitnah die aktuellen Wachstumsbranchen neu herauszuarbeiten. Prinzipiell sollten derartige Neubewertungen einzelner Branchen aus ihrer Sicht jährlich stattfinden. „Ein solch agiles Vorgehen kenne ich aus der Automobilbranche – also jährlich eine Strategie reflektieren und verifizieren“, konkretisiert sie. „Beispielsweise bietet der Energiesektor in Deutschland große Potenziale, die es zu prüfen gilt“, sagt sie. Als nach wie vor potenzialträchtig stuft sie die Branchen Plastics, Packaging und Printing sowie Pharma ein.