Der OPC-UA-Server/Client IBH Link UA Quad Core 64 Bit (Quelle: IBHsoftec)
OPC UA gehört in vielen Maschinen- und Anlagenarchitekturen inzwischen zum Standardrepertoire für den herstellerübergreifenden Datenaustausch zwischen Steuerungs-, Edge-, IT- und Cloudsystemen. Auch der IBH OPC UA Server/Client von IBHsoftec ist nicht neu. Die Software kann Daten aus unterschiedlichen Steuerungen über OPC UA bereitstellen und über ihre Client-Funktion zugleich Daten anderer OPC-UA-Server lesen und schreiben. Hinzu kommen unter anderem MQTT mit Sparkplug B, historische Daten, Alarms & Conditions sowie die Anbindung an übergeordnete MES-, ERP- oder Cloudsysteme.
Neu ist nun die deutlich breiter aufgestellte native Linux-Unterstützung. IBHsoftec stellt den Server/Client für Debian 12 „Bookworm“, Debian 13 „Trixie“, Ubuntu 22.04 LTS und Ubuntu 24.04 LTS zur Verfügung – jeweils für AMD64 und ARM64. Daraus ergeben sich acht getrennte Installationspakete.
Warum acht verschiedene Pakete?
Dass IBHsoftec nicht ein universelles Linux-Paket anbietet, hat technische Gründe. Linux-System ist nicht gleich Linux-System. Je nach Distribution und Version unterscheiden sich unter anderem Laufzeitbibliotheken wie glibc, OpenSSL und ICU sowie die vorhandenen Python-Versionen. IBHsoftec erzeugt deshalb für jede Kombination aus Distribution, Version und Prozessorarchitektur ein eigenes Debian-Paket. Das soll Abhängigkeits- und Versionskonflikte bei der Installation vermeiden.
„Mit den distributionsspezifischen Paketen vermeiden wir Abhängigkeitskonflikte und geben Anwendern eine verlässliche Grundlage für ihre jeweilige Linux-Plattform“, erläutert Axel Hulsch, Entwicklungsleiter bei IBHsoftec. Die Administration soll dabei unabhängig von der darunterliegenden Linux-Variante über den bekannten Web-Konfigurator einheitlich bleiben. Auch im Dateinamen wird klar ausgewiesen, für welches Zielsystem das jeweilige Paket bestimmt ist. So gibt es beispielsweise getrennte Varianten für Debian 13 auf AMD64 und Debian 13 auf ARM64. Ein Paket für Ubuntu 22.04 darf entsprechend nicht einfach unter Ubuntu 24.04 verwendet werden. Gleiches gilt für einen Wechsel zwischen Debian 12 und Debian 13. Die aktuelle Paketmatrix des Herstellers führt alle acht Kombinationen explizit auf.
Was sind Debian und Ubuntu?
Debian und Ubuntu sind sogenannte Linux-Distributionen. Linux bezeichnet streng genommen zunächst den Betriebssystem-Kernel. Eine Distribution kombiniert diesen Kernel mit Systembibliotheken, Werkzeugen, Paketverwaltung und Anwendungssoftware zu einem vollständigen Betriebssystem. Debian ist ein von einer weltweiten Community entwickeltes freies Betriebssystem und zählt zu den etablierten Linux-Distributionen. Die Softwareverwaltung erfolgt unter anderem über das Paketformat .deb und den Paketmanager APT. Debian legt traditionell großen Wert auf Stabilität und eine kontrollierte Paketpflege. Aktuell ist Debian 13 „Trixie“ die stabile Hauptversion; IBH OPC UA unterstützt daneben weiterhin Debian 12 „Bookworm“.
Ubuntu baut technisch auf Debian auf, wird jedoch als eigenständige Linux-Distribution entwickelt und von Canonical herausgegeben. Ubuntu verfolgt einen festen Release-Zyklus und bietet sogenannte LTS-Versionen – „Long Term Support“ – für den langfristigen Einsatz. Gerade solche langfristig gepflegten Versionen sind für Industrie-, Server- und Edge-Anwendungen interessant. IBHsoftec unterstützt derzeit Ubuntu 22.04 LTS und Ubuntu 24.04 LTS.
Die technische Nähe beider Distributionen erklärt zugleich, warum IBHsoftec seine Software als .deb-Paket bereitstellt. Trotzdem sind Debian- und Ubuntu-Pakete nicht beliebig austauschbar: Die jeweiligen Versionen bringen unterschiedliche Bibliotheksstände und Abhängigkeiten mit.