Vom Industrie-PC bis zum Edge-Gerät

Native Linux-Pakete für Debian und Ubuntu auf AMD64 und ARM64 sind ideal zur Anbindung von SIMATIC-S5/S7-, Mitsubishi- und Rockwell-Steuerungen sowie zu MES-, ERP- und SAP-Systemen. (Quelle: IBHsoftec)
Auch bei der Hardware deckt die neue Version zwei wichtige Plattformwelten ab. AMD64 bezeichnet die heute übliche 64-bit-x86-Architektur klassischer PC, Industrie-PC und Server mit Intel- oder AMD-Prozessoren. ARM64 steht dagegen für die 64-bit-ARM-Architektur, die insbesondere bei kompakten und energieeffizienten Edge- und Embedded-Systemen verbreitet ist.
Als mögliche ARM64-Zielsysteme nennt IBHsoftec unter anderem den Raspberry Pi 5 mit passender 64-bit-Debian-Basis, 64-bit-Systeme von Revolution Pi sowie den Siemens Simatic IOT2050 mit geeignetem Debian-System. Reine 32-bit-Systeme mit armhf oder i386 werden nicht unterstützt. Damit lässt sich dieselbe OPC-UA-Software sowohl auf einem klassischen Industrie-PC als auch auf vergleichsweise kompakten Edge-Plattformen einsetzen. Für Maschinenbauer und Systemintegratoren kann dies interessant sein, wenn Kommunikations- und Datenintegrationsaufgaben näher an die Maschine verlagert werden sollen.
Installation als reguläres Linux-Paket
Die Installation erfolgt mit den unter Debian und Ubuntu üblichen Bordmitteln. Das .deb-Paket wird über APT installiert und richtet IBH OPC UA anschließend automatisch als systemd-Dienst ein. Der Dienst wird aktiviert und nach der Installation gestartet. Die eigentliche Administration erfolgt anschließend über einen Webbrowser.
Über den Web-Konfigurator stehen Funktionen für Inbetriebnahme, Diagnose, Sicherung und Wiederherstellung der Konfiguration sowie die Lizenzierung bereit. Auch Softwareupdates können dort eingespielt werden. Dabei prüft die Anwendung laut Hersteller unter anderem die IBHsoftec-Signatur sowie Distribution, Prozessorarchitektur und Versionsstand des Pakets. Alternativ ist ein Update über APT möglich.
Python gehört für den normalen OPC-UA-Betrieb nicht zu den zusätzlich benötigten Voraussetzungen. Erst wenn eigene NodeSets, Informationsmodelle, Python-Skripte oder Methoden eingesetzt werden sollen, wird die Python-3-Laufzeit der jeweiligen Distribution benötigt. Ohne Python bleibt die entsprechende NodeSet-Konfiguration ausgeblendet, während die übrigen Funktionen zur Verfügung stehen.
Linux als reguläre Zielplattform
Mit der neuen Paketstruktur behandelt IBHsoftec Linux damit nicht lediglich als zusätzliche Laufzeitumgebung, sondern stellt für definierte Debian- und Ubuntu-Versionen sowie für beide relevanten 64-bit-Prozessorarchitekturen jeweils passende Installationspakete bereit. Für Anwender entsteht dadurch eine klar definierte Kombination aus Betriebssystem, Architektur und Softwarepaket.
Gerade für Edge-Anwendungen ist die ARM64-Unterstützung interessant: OPC-UA-Kommunikation, MQTT und die Kopplung von Automatisierungs- und IT-Systemen lassen sich damit auch auf kompakten Linux-Plattformen realisieren. Gleichzeitig bleibt für klassische Industrie-PC-Installationen die AMD64-Welt erhalten. Der eigentliche Fortschritt liegt deshalb weniger in neuen OPC-UA-Funktionen als in der größeren Freiheit bei der Wahl der Linux-Hardware und einer sauber definierten, distributionsspezifischen Installation.