Tablet mit Screen der Asset Performance Plattform von Lenze

Die Asset Performance Plattform: Mehr Transparenz – Asset Management in Verbindung mit Maschinenstatus und Fehlermanagement reduziert Stillstandzeiten. (Quelle: Lenze)

Apropos Zusammenarbeit mit Kunden: Co-Creation hat in den letzten Jahren generell massiv an Bedeutung gewonnen. Bitte geben Sie auch rund um dieses Thema einen kurzen Einblick von Ihrem Verständnis und der Bedeutung für Ihr Unternehmen.

B. Balz: Wir wissen nicht alles besser – das haben wir verinnerlicht. Unser Bestreben ist es, Dinge anders zu machen und Neues zu lernen. Diesen Anspruch haben wir an uns, allerdings gelingt es uns nicht immer. Fakt ist eben: Wir können nicht alles alleine lösen. Deshalb arbeiten wir eng mit anderen Unternehmen, Hochschulen oder Entwicklern zusammen. Denn: Wir brauchen Impulse aus anderen Branchen und Unternehmen. Allerdings fürchte ich, dass wir oft noch zu sehr im eigenen Saft schmoren. Mit Open Source kann man zwar auch Geld verdienen, allerdings sollten wir vielmehr über neue ­Geschäftsmodelle nachdenken – das müssen auch wir noch lernen. Ein guter Softwareentwickler muss nicht immer einen Hochschulabschluss haben. Und die Wettbewerber von morgen heißen vielleicht nicht mehr SEW Eurodrive oder Bosch Rexroth – das haben wir erkannt.

Das klingt so, als würde sich aus Ihrer Open-Automation-Strategie auch ein Open-Innovation-Ansatz ableiten!? 

B. Balz: Ja, ganz klar. Wie gesagt, wir können nicht alles allein lösen, wir müssen auch neue Dinge lernen. Dazu zählt auch die Zusammenarbeit mit Partnern und das können auch Entwicklerinnen und Entwickler in Open-Source-Projekten sein, denen wir Feedback geben, Fehler melden und uns austauschen. Darüber hinaus engagieren wir uns beispielsweise bei der Open Industry 4.0 Alliance, um gemeinsam an offenen­ ­Lösungen für die Industrie zu arbeiten. 

Bitte geben Sie abschließend einen Ausblick: Was sind die Next Steps in Ihrer Open-Automation-Strategie? 

B. Balz: Unsere Plattform hebt jetzt ab. Wir decken den Bereich Build und Operate schon ab. Aber der Lifecycle einer Maschine umfasst viel mehr. Da werden wir in den nächsten Monaten noch viel sehen. Dazu kommen die Vorgaben durch den Cyber Resilience Act, der unserer Plattform nochmal einen Schub geben wird. Noch kennen wir nur Entwürfe, aber da kommt ­einiges auf die Maschinenbauer zu. Gleiches gilt für den EU AI Act. CertificationOps werden auch dort ein Thema werden. Und dabei haben wir über GenAI und den Engineering-Prozess der Zukunft noch gar nicht gesprochen. Wir erleben gerade die spannendste Zeit der industriellen Automatisierung. Es ist ein bisschen wie beim iPhone: Da fieberte jeder auf ein neues ­Modell hin. Mittlerweile ist das anders, aber diese Euphorie der ersten zehn Jahre spüren wir jetzt auch, wenn es um Platt­formen, AI und die Automatisierung von Prozessen geht.

Das Interview ist im Rahmen der #WeLiveOpenAutomation-Kampagne entstanden. 

Inge Hübner
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