Ein Blick in die Zukunft

Aktuell basieren die 5G-Produkte auf Release-15-Chips. „Ab Release 16 werden niedrigere Latenzen und ultra-zuverlässige Übertragungen (ultra-reliable low-latency communication), wie sie im industriellen Umfeld gefordert sind, realisierbar. Dann lassen sich weitere Applikationen bis hin zu IoT-Projekten mit 5G umsetzen“, erklärt S. Rotmensen. Als typische Release-Zyklen nennt er rund 18 Monate. Nach Release-Freigabe dauert es in der Regel rund ein Jahr bis entsprechende Chips verfügbar sind und dann nochmals bis zu einem Jahr bis entsprechende Produkte angeboten werden. „Die wichtigen Funktionen für 5G-Netze im industriellen Umfeld folgen in den nächsten zwei bis fünf Jahren. Wir werden diese in die Produkte in unserem Testzentrum einfließen lassen und immer weitere Tests durchführen. Alle Erkenntnisse, die wir dabei gewinnen, bringen wir in folgende Produktserien von uns ein“, gibt er weiter an. 
Mit Blick in die ferne Zukunft, auf die „Flexible Factory of ­tomorrow“, wird diese aus Sicht von S. Rotmensen weitgehend drahtlos ausgeführt sein. „Der Clou ist dann beispielsweise ein AGV, das ein Produkt von A nach B transportiert und daneben  ein mobiler Roboter mitfährt, der das Produkt synchron weiterbearbeitet. Dadurch lässt sich die Produktivität dann noch ­weiter steigern. Für solche Szenarien sind allerdings nächste 5G-Releases erforderlich“, berichtet er. Dabei ist ihm klar, dass die Fabrik der Zukunft nicht allein 5G sprechen wird. „Wir verfolgen natürlich auch Wifi 6 und andere innovative Wireless-Kommunikationsstandards weiter. So erfordern nicht alle ­Anwendungen in einer Fabrik 5G. Es wird vielmehr einen Mix aus mehreren Wireless-Technologien geben“, ist er überzeugt. „Siemens hat rund 15 Jahre Erfahrung mit Wireless-Standards, sodass wir dafür sorgen werden, dass die Technologien optimal miteinander zusammenspielen werden.“

Fazit

Zurück in der Gegenwart bietet Siemens seinen Kunden mit dem neuen 5G-Router Scalance MUM856-1 und der Sinema Remote Connect Version 3.0 eine zukunftsorientierte Kombi­lösung für Fernzugriffe über das öffentliche 5G-Netz an. Selbstverständlich können die Lösungen auch getrennt voneinander eingesetzt werden. „Auch, wenn sich 5G für Viele aktuell als Hype Topic darstellt, wird sich die Technologie aufgrund ihres großen Nutzens durchsetzen und breit im Markt etablieren. Beim Thema Fernwartung bieten wir dazu schon jetzt eine zukunftsorientierte Lösung an“, schließt S. Rotmensen seine Ausführungen.
 

Inge Hübner
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