Safety wandert in die Software

Steffen Winkler, Carina Heil und Hans-Michael Krause (alle Bosch Rexroth) präsentieren auf der ctrlX Automation-PK in Renningen Neuheiten und neue Partner

Von Agentic AI bis zum wachsenden Partnernetzwerk: Steffen Winkler, Carina Heil und Hans-Michael Krause (v. l.) gaben auf der Bosch-Rexroth-Pressekonferenz einen Überblick über die aktuellen ctrlX-Neuheiten. Als neuen ctrlX OS OEM-Partner präsentierte C. Heil unter anderem evopro. (Quelle: VDE Verlag)

Doch nicht nur bei KI setzt Bosch Rexroth stärker auf Software. Mit der Safety PLC App können Sicherheitsfunktionen künftig direkt auf einem Multicore-Prozessor einer Standardsteuerung ausgeführt werden. Eine zusätzliche Safety-Steuerung ist damit für entsprechende Anwendungen nicht mehr erforderlich. Das ctrlX-Safety-Portfolio reicht dabei von SafeMotion mit 31 Sicherheitsfunktionen über eigenständige Safety-Steuerungen bis zur softwarebasierten Safety-Lösung. 

Besonderes Augenmerk legte S. Winkler zudem auf ctrlX SAFETYlink. Das Kommunikationsverfahren soll sicherheitsgerichtete Signale besonders schnell zwischen den Komponenten übertragen. Auf der Pressekonferenz bezifferte er den möglichen Geschwindigkeitsvorteil beim Abschalten auf bis zu 70 %. Gerade bei hochdynamischen Achsen könnte dieser Zeitgewinn den notwendigen Brems- und Sicherheitsabstand reduzieren. 

ctrlX OS 4.6 bringt Git auf die Steuerung

Mit ctrlX OS 4.6 steht zugleich ein neues Long-Term-Support-Release auf Basis von Ubuntu Core 24 bereit. Zu den Neuerungen gehören Single Sign-on und erweiterte OPC-UA-Sicherheitsfunktionen. Interessant mit Blick auf softwaredefinierte Automatisierung ist vor allem die Versionsverwaltung: App-Daten lassen sich künftig mittels Git direkt auf dem Gerät verwalten. Entwicklungsstände können verzweigt, zusammengeführt oder auf einen früheren Stand zurückgesetzt werden; auch externe Git-Repositories lassen sich anbinden. Damit überträgt Bosch Rexroth etablierte Vorgehensweisen der Softwareentwicklung unmittelbar auf die Automatisierungsebene. 

Auch das Antriebsportfolio wächst. Mit der neuen Economy Line ergänzt Bosch Rexroth ctrlX Drive um Servoantriebe, die sich bewusst auf wesentliche Funktionen konzentrieren. Firmware und Engineering bleiben mit der bestehenden Plattform identisch, sodass bereits erstellte Projekte weiterverwendet werden können. 

Mit Solution Sets in neue Branchen

Gleichzeitig will Bosch Rexroth den Weg von einzelnen Komponenten zur fertigen Anwendung verkürzen. Dafür baut das Unternehmen seine Solution Sets aus. Sie kombinieren bereits aufeinander abgestimmte Hard- und Software für konkrete Einsatzgebiete. Für Mobile Robots gehören beispielsweise Steuerung, IO-Technik und lasergestützte Lokalisierung zum Baukasten. Weitere Solution Sets adressieren Energy, Building und Agriculture – von Energiemanagement und Zugangskontrolle über KI-gestützte Videoanalyse bis zu Bewässerung und landwirtschaftlicher Robotik. 

Inge Hübner
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