Interview mit D. Hess

Die Basissoftware von Codesys Virtual Safe Control SL ist gemäß IEC 61508 (SIL3) zertifiziert. (Quelle: Codesys)
Welche Vorteile bietet die Hardwareunabhängigkeit dieser Lösung den Anwendern, insbesondere im Hinblick auf Flexibilität und Kosteneffizienz?
D. Hess: Die Hardwareunabhängigkeit erlaubt es unseren Kunden, ihre bestehende IT-Infrastruktur zu nutzen, ohne in spezielle Automatisierungshardware investieren zu müssen. Dies senkt nicht nur die direkten Kosten für die Anschaffung, sondern auch die Kosten für Wartung und Upgrades. In der Vergangenheit wurden Updates für Automatisierungsgeräte nicht so konsequent beachtet. Das ändert sich aber gerade. Zudem ermöglicht diese Flexibilität eine schnellere Reaktion auf Marktveränderungen und technologische Entwicklungen, was einen erheblichen Wettbewerbsvorteil darstellt.
Die Zertifizierung durch den TÜV Süd war ein wichtiger Meilenstein für Codesys Virtual Safe Control. Wie hat dies das Vertrauen in Ihre Technologie verstärkt?
D. Hess: Die Zertifizierung durch den TÜV Süd bestätigt, dass Codesys Virtual Safe Control uneingeschränkt in sicheren Anwendungen bis SIL3 eingesetzt werden kann. Unsere langjährige Zusammenarbeit mit dem TÜV hat letztlich einen großen Anteil daran, dass wir ein so innvoatives Projekt wie die Virtual Safe Control in solch kurzer Zeit zum Abschluss bringen konnten. Dass wir bereits ein SIL3-Produkt im Portfolio hatten, hat natürlich auch entscheidend beigetragen.
Insgesamt hat die Zertifizierung das Vertrauen in unsere Technologie erheblich gestärkt und unsere Position als Marktführer in der offenen Automatisierung gefestigt.
Können Sie konkrete Beispiele nennen, in denen Codesys Virtual Safe Control bereits erfolgreich eingesetzt wurde?
D. Hess: Ein markantes Beispiel ist der geplante produktive Einsatz unserer Technologie bei Audi im Bereich des Karosseriebaus. Die Flexibilität unserer Virtual Safe Control hat es ermöglicht, komplexe Sicherheitsanforderungen effizient zu erfüllen. Die Inbetriebnahme von Anlagenteilen in der Fertigung kurz nach der Zertifizierung beweist die Praxistauglichkeit unserer Lösungen. Die Nachfrage ist hoch. Und das nicht nur bei Anlagenbetreibern, sondern auch bei Geräteherstellern. Diese können auf diese Weise sehr einfach eine Safety-Lösung zur Verfügung stellen, die keine eigene Hardwareentwicklung erfordert. So können einige Personenjahre Entwicklungsarbeit gespart werden. Wir haben da bei vielen den Nerv getroffen.
Wenn Sie ganz schnell drei Vorteile Ihrer Codesys Virtual Safety Control nennen müssten, welche wären es?
D. Hess: Es lassen sich zentral viele Steuerungen auf einem Server betreiben. Die Standard- und die Safetysteuerung lassen sich auf demselben System optimal integriert betreiben. Updates können schnell ausgerollt werden, und das mit standardisierten IT-Mitteln. Und wenn die Leistungsfähigkeit nicht ausreicht, kann die Standardhardware ausgetauscht werden, ohne auf eine neue Implementierung der Safety auf einer neuen Hardware warten zu müssen.
Welche neuen Funktionen oder Erweiterungen können wir in Zukunft für Codesys Virtual Safe Control erwarten?
D. Hess: Wir planen, unsere Unterstützung für verschiedene Hardwareplattformen und Betriebssysteme auszubauen, um noch flexibler auf Kundenbedürfnisse eingehen zu können. Bisher sind PC- bzw. Intel-Plattformen vorgesehen. Darüber hinaus arbeiten wir an der Integration weiterer Sicherheitsprotokolle. Bisher sind wir zertifiziert für Profinet und Profisafe. Was noch folgen wird, ist FSOE, also FailSafe over Ethercat. Längerfristig werden wir auch Features entwickeln, die speziell auf anspruchsvollere Anwendungen wie die Robotik zugeschnitten sind, zum Beispiel die Arbeitsraumüberwachung. Diese Weiterentwicklungen werden es unseren Kunden ermöglichen, noch effizienter und sicherer zu produzieren.
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