Das Prinzip von Ubique

Das Prinzip von Ubique (Quelle: TTTech Digital Solutions)

Ein Jahr nach dem offiziellen Launch zieht TTTech Digital Solutions eine starke Zwischenbilanz verbunden mit einem starken Marktinteresse. Ubique etabliert sich als unabhängige, cloudbasierte Lösung für Automatisierung und Engineering. Gemeinsam mit Kunden wurden neue Maschinenkonzepte entwickelt, die nicht nur den aktuellen Anforderungen gerecht werden, sondern auch zukunftssicher aufgestellt sind. Viele Maschinen sind bereits erfolgreich in Serie gegangen – ein vielversprechender Start für eine neue Generation der Automatisierung.

Ubique verbindet IT und OT, vereinfacht Entwicklung sowie Inbetriebnahme und erfüllt Normanforderungen der Maschinenverordnung, die 2027 in Kraft tritt. Mit Partnern wie AEM zeigt TTTech, dass Offenheit nicht nur ein Konzept ist – sondern ein handfester Wettbewerbsvorteil.

Vom Start-up zur Technologiegröße

Als TTTech Digital Solutions im Herbst 2024 mit Ubique an den Start ging, war die Erwartung hoch. Die Gründer – erfahrene Automatisierungspioniere rund um Alois Holzleitner und Christoph Trappl– hatten sich nichts weniger vorgenommen, als den Maschinenbau aus seiner proprietären Abhängigkeit zu lösen. Ein Jahr später fällt die Bilanz beeindruckend aus. „Wir treffen mit Ubique den Nerv des Markts“, sagt Karl-Heinz Mayer, Sales Director Deutschland. „Maschinenbauer wollen heute skalieren, flexibel bleiben und unabhängig agieren. Genau das ermöglicht unsere Produktpalette – und das mit einer Geschwindigkeit, die viele überrascht hat.“

Ubique vereint Engineering, Echtzeitsteuerung, Cybersecurity und Datenmanagement in einem durchgängigen, containerisierten System. Zahlreiche Maschinenbauer aus unterschiedlichen Branchen haben die Lösung bereits produktiv im Einsatz. K.-H. Mayer: „Wir haben Projekte, die in wenigen Monaten von der Konzeptphase in die Serie übergegangen sind. Das zeigt, wie viel Effizienz in diesem Ansatz steckt.“

Cloud Driven Automation – vom Browser zur Maschine

Kern des Konzepts ist das Prinzip „Browser öffnen – Engineering starten“. Anstatt mit lokalen Entwicklungsumgebungen zu arbeiten, wird direkt in der Cloud programmiert. Teams können weltweit simultan auf denselben Code zugreifen, Änderungen verfolgen und Versionen verwalten – ohne aufwendige Softwareinstallationen.

„Wenn ein Unternehmen mehrere Entwickler beschäftigt, spart es durch den Wegfall der lokalen IDEs enorme Zeit und Kosten“, erklärt K.-H. Mayer: „Die Cloudarchitektur sorgt außerdem für hohe Performance, etwa bei Kompilierungsvorgängen, deren Ausführung auf klassischer Hardware teilweise 30 min oder mehr dauert.“

Diese Offenheit zieht sich durch alle Ebenen: Ubique ist vollständig hardwareagnostisch, unterstützt eine unbegrenzte Anzahl von Controllern, Intel- oder ARM-basierend, und lässt sich über Virtualisierung und Docker-Container auf nahezu jeder Hardware-Architektur betreiben. Im Fokus steht also die freie Wahl des Hardware-Lieferanten. Ethercat bildet dabei – aufgrund der Performance und der großen Verbreitung – die bevorzugte Kommunikationsbasis, ist aber nicht exklusiv. „Unsere Kunden sollen frei wählen können – vom Antrieb bis zum Safety-Controller“, betont K.-H. Mayer.

„Unser Sauerstoff heißt Offenheit“

Für Alexander Festerling, Sales Manager Deutschland bei TTTech Digital Solutions, ist genau diese Offenheit das entscheidende Differenzierungsmerkmal: „Maschinenbauer stehen heute an einem Wendepunkt. Sie müssen flexibler werden, auf geopolitische Spannungen reagieren und mit weniger Fachpersonal mehr leisten. Proprietäre Systeme behindern das. Ubique befreit den Maschinenbau aus diesen Abhängigkeiten.“ Er beobachtet zudem eine Veränderung der Entwicklerkultur: „Junge Softwareingenieure wollen mit modernen Tools arbeiten – mit Python, C++ oder JavaScript. Wenn man sie zwingt, sich auf proprietäre SPS-Sprachen zurückzuziehen, verliert man sie. Ubique integriert genau diese modernen Sprachen in die Automatisierung.“

Das fördert nicht nur Innovation, sondern auch Motivation. „Viele Anwender berichten, dass sich ihre Entwickler erstmals wieder als Software-Ingenieure fühlen – nicht als reine SPSProgrammierer. Das schafft Kreativität und neue Ideen“, so A. Festerling.

Next Level Motion: Eine neue Bewegungsfreiheit

Ein technisches Highlight der aktuellen Ubique-Version ist die neue Motion Engine, eine Eigenentwicklung unter Leitung von Alois Holzleitner. Dank ihrer nativen Multi-Core-Architektur kann die Motion-Engine selbst komplexe Aufgaben performant verarbeiten und lässt sich als containerisierte Lösung nahtlos auf Hardware unterschiedlichster Hersteller einsetzen.

Selbst wenn ein Kunde ein eigenes, Linux-basiertes Betriebssystem verwendet, lässt sich die Motion-Engine integrieren. Das ermöglicht eine nahtlose Einbindung in bestehende Systemarchitekturen und reduziert sowohl den Integrationsaufwand als auch die Time-to-Market erheblich.

„Damit bringen wir neue Bewegungsfreiheit in die Automatisierung“, erläutert K.-H. Mayer. „Wir setzen auf das offene Profil CIA 402 und nutzen Ethercat als Feldbus. Damit können Maschinenbauer unterschiedliche Antriebshersteller nahtlos kombinieren und bleiben zugleich zukunftssicher.“

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