Cybersecurity by Design

Karl-Heinz Mayer ist Sales Director Deutschland der TTTech Digital Solutions GmbH in Frankfurt/M.

Karl-Heinz Mayer ist Sales Director Deutschland der TTTech Digital Solutions GmbH in Frankfurt/M. (Quelle: TTTech Digital Solutions)

Alexander Fensterling ist Sales Manager Deutschland bei TTTech Digital Solutions.

Alexander Fensterling ist Sales Manager Deutschland bei TTTech Digital Solutions. (Quelle: Tech Digital Solutions)

Marcus Pfromm ist Prokurist der AEM August Elektrotechnik GmbH.

Marcus Pfromm ist Prokurist der AEM August Elektrotechnik GmbH.

Das Portfolio von Ubique

Das Portfolio von Ubique (Quelle: TTTech Digital Solutions)

Ubique ermöglicht es, Edge Computing und Echtzeitverarbeitung auf einem Gerät zu vereinen. Gleichzeitig setzt die Lösung auf eine cybersichere Systemarchitektur, die von Grund auf für die Anforderungen moderner Softwarearchitekturen in der Maschinenautomatisierung entwickelt wurde. „Mit Blick auf die EU-Maschinenverordnung rückt das Thema Cybersecurity in den Vordergrund“, so K.-H. Mayer. Ubique wurde von Anfang an mit „Security by Design“ entwickelt. „Unser Overlay-Netzwerk ersetzt klassische VPN durch dynamische, verschlüsselte Tunnel, die für jede autorisierte Sitzung neu aufgebaut werden – Zero Trust inklusive“, erklärt er. „Damit erfüllen wir schon heute die Vorgaben des Cyber Resilience Act  – soweit bekannt – und der IEC 62443.“ Eine Third-Party VPN Lösung mit einem extra Device wird durch Ubique substituiert.

Auch Anwender sehen hierin einen strategischen Vorteil. „Viele Maschinenbauer fragen schon jetzt, wie sie die künftigen Cybersecurity-Anforderungen abbilden sollen“, berichtet K.-H. Mayer. „Mit Ubique können sie beruhigt antworten: Wir sind compliant – und zwar von der Softwarebasis an über den ‚Cyber secure tunnel‘ ohne zusätzliche Hardware.“

Aus der Praxis: AEM und Nilpeter setzen auf Ubique

Wie sich das in der Praxis auswirkt, zeigt die AEM August Elektrotechnik GmbH. Das Unternehmen nutzt Ubique für die Automatisierung von Robotikzellen in der Labor-Automatisierung. „Ubique war die erste Plattform, mit der wir Automatisierung und Leitsystemtechnik in einer gemeinsamen Umgebung realisieren konnten“, sagt Marcus Pfromm, Prokurist von AEM. „Unsere Entwickler arbeiten jetzt mit denselben Hochsprachen für Datenbankanwendungen, die auch Ubique als Programmiersprachen nutzt – das ist ein enormer Effizienzgewinn.“

Bisher wurden bei AEM immer verschiedene Technologien angewendet, die dann über Schnittstellen aufwendig verbunden werden mussten. „Das war nie wirklich rund“, so M. Pfromm. „Jetzt haben wir eine komplette Durchgängigkeit, die auch Themen wie Dokumentation, Datenhaltung und Downloads einschließt.“ In der ersten Anwendung für den Prototypen eines Serienprodukts wurde ein Yaskawa-Industrieroboter über Ethercat in das System integriert, inklusive Webvisualisierung und Datenbankanbindung. Bereits wenige Monate nach Projektstart lief die Anlage produktiv beim Endkunden.

„Das System hat gezeigt, wie einfach paralleles Arbeiten möglich ist“, berichtet M. Pfromm. „Mehrere Entwickler können gleichzeitig an verschiedenen Disziplinen arbeiten, ohne Konflikte. Früher mussten wir aufwendig Serverarchitekturen aufsetzen, heute reicht der Browser.“

Ein zusätzlicher Vorteil: Simulationen und Konzeptcodes aus Python können direkt übernommen werden. „Früher mussten wir Logik von SimulationsTools manuell in ST übertragen. Mit Ubique entfällt dieser Zwischenschritt – wir übernehmen den Code direkt in die Projektierung“, so M. Pfromm. Für Kunden im Bereich der Automatisierung wird AEM auch weiterhin Lösungen von großen Marktplayern einsetzen. „Für unsere eigenen AuxQ-Produkte arbeiten wir mit Technologien, die wir bevorzugen. Da kristallisiert sich aktuell heraus, dass Ubique unser Standard wird“, schließt er an.

Ein weiterer entscheidender Fortschritt ist die herstellerunabhängige Motion-Control-Lösung von Ubique. Sie eröffnet neue Freiheitsgrade in der Realisierung von Bewegungssteuerungen im Maschinenbau. Dank der offenen Architektur von Ubique Motion und der Nutzung des CIA-402-Standards können wir MotionControl vollständig selbst gestalten. Das erlaubt uns, die Vorteile proprietärer Systeme in eigene, offene Bibliotheken zu überführen – ein Spagat, der bisher nicht möglich war. Aktuell setzt AEM diese Freiheit in einer 10-Achs-­Maschine um, die mit zwei unterschiedlichen Antriebsherstellern auf Basis von Ethercat und CIA-402 arbeitet. Drei Achsen fahren interpoliert im kartesischen Raum. Beide Hersteller bringen ihre optimierten Funktionen ein – und wir steuern sie über ein einheitliches Motion-Interface von AEM mit Ubique.

„Besonders begeistert sind wir davon, dass wir nun auch die Antriebstechnik hardwareagnostisch realisieren können“, so M. Pfromm. „In der ersten Maschinenentwicklung nutzten wir bereits die Freiheit bei der Wahl des Controllers. Jetzt können wir auch die Antriebshersteller frei nach unseren Anforderungen auswählen – ein echter Meilenstein in Richtung modularer und flexibler Maschinenarchitektur.“

Ebenso setzt das Unternehmen Nilpeter, ein führender Hersteller von Druckmaschinen, auf Ubique. „Wir sehen eine Zukunft, in der Druckmaschinen vollständig autonom arbeiten oder von einer einzigen Person bedient werden, die mehrere Maschinen gleichzeitig überwacht“, berichtet Carsten Clemensen, Chief Technology Officer bei Nilpeter. „Die Einführung unserer Digitalisierungslösung ist der erste Schritt, um die Effizienz der Maschinen zu steigern und den Weg für weitere Innovationen zu ebnen. Nilpeter hat lange nach geeigneten Technologien und Produkten gesucht – mit Ubique setzen wir nun auf das einzige Produkt am Markt, das die vollständige Durchgängigkeit vom Sensor bis zur Cloud ermöglicht und zugleich die Integration eigener Services erlaubt.“

Ubique ermöglicht es Nilpeter, Hard- und Soft-Real-Time-Anwendungen parallel auf einem Controller auszuführen, praktisch vom Motion Control bis zur Analytics auf einem System. Je nach Anforderung werden Controller von 4 bis zu 16 Kernen eingesetzt, maximal skalierbar. Während zeitkritische Technologien wie Motion Control deterministisch mit bis zu 250 Mikrosekunden ausgeführt werden, liefert ein digitaler Zwilling ein exaktes Abbild des Maschinenzustands für den Bediener – nahtlos ins System integriert.

Kontinuität trifft Innovation

TTTech Digital Solutions setzt mit Ubique nicht nur auf Technologie, sondern auch auf Kontinuität und Branchenverständnis. Das Unternehmen ist Teil der österreichischen TTTech- Gruppe, die seit über zwei Jahrzehnten Echtzeittechnologie für Luftfahrt, Automotive und Industrie entwickelt.

„Wir bringen diese Erfahrung aus sicherheitskritischen Anwendungen direkt in die Automatisierung“, sagt K.-H. Mayer. „Was bei Airbus oder Boeing Null-Fehler-Toleranz garantiert, sichert heute den zuverlässigen Betrieb industrieller Anlagen.“

Die Softwarearchitektur von Ubique bleibt dabei klar skalierbar, modular, containerisiert – von der Maschine bis zur Produktionslinie. Funktionen, wie Lifecycle-Management, Remote-Update, Container-Deployment und KI-gestützte Analyse, bilden die Basis für eine moderne, nachhaltige Engineering-Strategie.

Aufbruch in die offene Zukunft

Mit Ubique positioniert sich TTTech Digital Solutions als Taktgeber einer neuen Automatisierungsära. Offene Programmiersprachen, Cloud-natives Engineering, deterministische harte Echzeit, Motion Control, Safety-Integration und Security by Design – all das verschmilzt in einem System, das die Möglichkeiten der Maschinenautomatisierung grundlegend verändert.

„Wir wollen keine neue Insel schaffen, sondern Brücken bauen“, unterstreicht A. Festerling. „Ubique steht für Zusammenarbeit, nicht für Abhängigkeit.“ Oder, wie es K.-H. Mayer formuliert: „Ubique ist mehr als eine Software. Es ist ein Bekenntnis zur Offenheit. Und genau diese Offenheit wird in Zukunft über den Erfolg im Maschinenbau entscheiden.“

www.ubique.cloud

Ronald Heinze
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