Interview mit U. Richter

Abbildung von X

Die X Platform fasst alle Technologien von Exor zusammen. (Quelle: Exor)

Abbildung von Hardware

Zur Hardware der X Platform gehören unter anderem HMI, mobile Geräte und Edge Devices. (Quelle: Exor)

Auch mobile HMI wie X7 oder X10 gehören dazu. Wie passt das zur Idee einer offenen, flexiblen Automatisierung?

U. Richter: Die X7- und X10-HMI erweitern unser Portfolio an mobilen Geräten. Angeboten wird ja schon das X5, wobei die Zahl für die Zollgröße des Displayssteht. Die mobilen Geräte nutzen die gleiche Technologie wie unsere Einbaugeräte – vom Betriebssystem bis zur Software und fügen sich somit nahtlos in die X Platform ein. Sie bieten zusätzliche Flexibilität durch verschiedene Anschlussmöglichkeiten, inklusive Wireless und Power-over-Ethernet. Auch hier setzen wir auf offene Standards. SIL3-Not-Aus-Signale können übrigens ebenso damit übertragen werden.

Offenheit darf nicht auf Kosten der Sicherheit gehen. Wie lösen Sie diesen Spagat?

U. Richter: Unsere Plattform ist so gebaut, dass sie sich frei vernetzen lässt, aber gleichzeitig jeder Daten- und Steuerungspfad  abgesichert ist. Für uns sind Offenheit und Sicherheit daher kein Gegensatz, sondern gehören zusammen und bestimmen unser Designprinzip. Wir setzen auf Security-Standards wie IEC 62443, NIS-2 und ISO 27001 und investieren viele Ressourcen in diesen Bereich. Unsere gelebte Offenheit funktioniert nur mit Sicherheit.

Haben Sie ein Praxisbeispiel, bei dem Open Automation mit der X Platform greifbar wird?

U. Richter: Ich verweise auf ein letztes großes Projekt von uns: Ein großer Maschinenhersteller aus der Kunststoffindustrie hat unsere Plattform als White-Label-Lösung übernommen, um global ein Condition-Monitoring-System aufzubauen. Die Herausforderung bestand in der großen Fragmentierung der eingesetzten Standards, nicht nur über Ländergrenzen hinweg, sondern sogar über Abteilungen. Dazu besteht ein großes Feld an Brownfield-Anlagen, deren Daten für das Condition Monitoring mit einbezogen werden sollen. Wichtig war auch, dass eine Kundenschnittstelle für deren Kunden angeboten werden soll und außerdem gab es Anforderungen an das Design. Die offene Architektur, die Skalierbarkeit und die Nutzung als White-Label-Plattform waren für uns ausschlaggebend, ebenso wie die Möglichkeit, bestehende Anlagen einzubinden. Und das Design liegt ja sowieso in der DNA eines italienischen Herstellers.

Wenn wir fünf Jahre in die Zukunft blicken – welche Rolle werden offene Plattformen dann spielen?

U. Richter: Offene Plattformen werden zentrale Infrastrukturen der industriellen Automatisierung sein – so selbstverständlich wie das Internet heute für Kommunikation. Daten werden ein entscheidender Rohstoff, oft wertvoller als die Maschine selbst. Zudem werden KI und Automatisierung noch stärker verschmelzen.

www.exorint.com

Ronald Heinze
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