Gemeinsam Chancen nutzen
Als Abschlussstatement formuliert Dr. C. Bischoff: „Gerade in dieser Zeit wünsche ich mir vor allem den Mut und die Entschlossenheit, Themen wie KI und offene Innovation – insbesondere Open Automation – aktiv anzugehen. Und dabei sollten wir uns bewusst von der deutschen Mentalität der übermäßigen Vorsicht lösen. Wir brauchen mehr Mut, auch mal Fehler zu machen, um schneller voranzukommen.“ Dabei ist ihm zwar klar: „Wir werden sicherlich nicht so schnell werden wie die Asiaten, aber wir müssen uns stärker nach vorne bewegen und Tempo aufnehmen.“ Dabei sollten Unternehmen sich auf die alten Tugenden des Mittelstands besinnen: „Wir waren immer stark, wenn wir als Unternehmen zusammengearbeitet und unsere Kompetenzen gebündelt haben, um Innovationen nach vorne zu bringen. Wenn wir das jetzt wieder schaffen, können wir gestärkt aus der Krise hervorgehen“, meint Dr. C. Bischoff.
Auch Dr. Thomas Bürger, Executive Vice President Automation Products & Solutions bei Weidmüller, unterstützt diese Ansicht und ergänzt: „Alle Unternehmen, die hier präsent sind, stehen seit Jahren bzw. Jahrzehnten für Innovation in der Automation.“ Diesen Aspekt stellt er als Indikator für die Digitalisierungskompetenz Deutschlands heraus. „Oftmals sprechen wir über die digitale Kompetenz in anderen Weltregionen und Ländern, aber wenn ich mich hier in den Hallen umsehe, sehe ich viele europäische – und vor allem deutsche – Unternehmen, die eine starke Digitalisierungskompetenz in der Industrie mitbringen. Heute steht Open Automation im Mittelpunkt. Das ist ein wichtiges Thema, das uns alle beschäftigt, aber zugleich ist es ein Symbol für das, wofür wir alle stehen.“
Dem fügt H. Panzer an: „Ja, offene Automatisierung darf nicht bei den Ecosystemen aufhören, über die wir gesprochen haben. Es geht noch einen Schritt weiter. Ich denke dabei an virtualisierte Steuerungen, die keine 1:1-Bindung an Geräte mehr haben. Stattdessen werden sie auf Serverplattformen betrieben, auf denen zahlreiche Instanzen parallel laufen. Das ist eine Weiterentwicklung, die uns noch stärker zu Offenheit zwingt und gleichzeitig neue Herausforderungen mit sich bringt. Diese Offenheit in der Automatisierung wird uns in die IT-Welt führen, und genau das wird in den kommenden Jahren spannend. Ich sehe darin nicht rein negative Herausforderungen, sondern vielmehr enormes Potenzial und viele neue Möglichkeiten.“
„Offenheit und Innovation wurden heute oft in einem Atemzug genannt – und das aus gutem Grund“, sagt Dr. T. Frank. „Offenheit ist die Basis für Innovation. Die Innovationszyklen werden immer kürzer und zunehmend durch die IT bestimmt – und nicht mehr nur durch die OT. Wir werden uns zusammenfinden müssen: IT-OT-Konvergenz ist das Schlagwort.“ Er ruft auf, Dinge ganzheitlich zu denken – von Security über Virtualisierung, Simulation, digitale Zwillinge bis hin zur vollständigen IT- und Shopfloor-Integration. „Aus meiner Sicht sind offene Systeme die einzige Lösung, um diesen Herausforderungen zu begegnen.“ F. Kranert blickt zuversichtlich in die Zukunft und freut sich auf eine Zeit mit durchgängig offenen Schnittstellen. „In einer solchen Welt können Entwickler, Ingenieure oder Konstrukteure sich endlich auf das konzentrieren, was wirklich wirtschaftlichen Mehrwert für ihr Unternehmen schafft – ohne ständig manuell Anpassungen vornehmen zu müssen, um verschiedene Systeme oder Feldbusprotokolle kompatibel zu machen. Wenn das gelingt, können wir die maximale Wertschöpfung erzielen und Innovation vorantreiben.“ Dabei dürfe man jedoch nicht vergessen, dass uns eine weitere große Herausforderung bevorsteht: „Es gibt immer weniger Experten, die diese Innovationen entwickeln und auf den Markt bringen können“, bringt er abschließend den Fachkräftemangel ein.
Dr. H. Lang, ehemaliger CEO bei Wago, zeigt sich fest überzeugt, dass sich Verantwortung nicht delegieren lässt. „Seit vielen Jahren sprechen wir über offene Automation, und ich stelle jedes Jahr fest, dass wir ein Stück näher zusammenrücken. Unsere Bewegungsrichtung geht nicht weg voneinander, sondern aufeinander zu. Unsere Produkte und Lösungen arbeiten zunehmend interoperabel, sie interagieren und ergänzen sich.“ „So, wie wir hier als Repräsentanten unserer Unternehmen stehen, tragen wir auch die Verantwortung, etwas für unsere Kunden und die Anwender in der Welt dort draußen zu tun. Dafür möchte ich heute werben: Lassen Sie uns gemeinsam an einer offenen Automatisierungswelt arbeiten.“
Den Worten von Dr. H. Lang schließt Steffen Winkler, Vertriebsleiter Business Unit Automation & Electrification Solutions bei Bosch Rexroth, einen persönlichen Wunsch an: „Ich wünsche mir, dass unsere gemeinsame Vision einer offenen Automatisierungswelt zunehmend Realität wird. Und ich wünsche mir, dass es am Ende keinen Krieg der Ecosysteme gibt – wie viele ihn noch von den Feldbussen kennen.“ Stattdessen ruft er zum kollaborativen Wettbewerb untereinander auf. „Natürlich braucht es auch zukünftig Wettbewerb untereinander. Eine Herausforderung ist da auch der Wettbewerb aus anderen Regionen.“ Er ist überzeugt, dass Deutschland und Europa nun eine einzigartige Chance haben, die es zu nutzen gilt: „Automatisierungstechnik ist eine der wenigen ,digitalen‘ Branchen, in der Deutschland noch führend ist. Diese Position dürfen wir nicht verspielen. Diesen Weg können wir aber nicht alleine gehen, sondern müssen uns zusammentun. Nur gemeinsam können wir die Zukunft erfolgreich gestalten“, lautet die abschließende Botschaft von S. Winkler.
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www.codesys.com
www.lenze.de
www.phoenixcontact.com
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