Offene Automatisierungsplattform fördert Kooperation und Kollaboration

Die Virtual PLCnext Control

Die Virtual PLCnext Control erweitert das offene Ecosystem PLCnext Technology, bietet die gewohnten Funktionen einer PLCnext Control und unterstützt alle Industrieprotokolle sowie Sicherheits-Features. (Quelle: Phoenix Contact)

Trotz dieser Schwierigkeiten setzt Phoenix Contact weiter auf innovative technische Lösungen und eine klare strategische Ausrichtung. Ein Schlüssel dafür ist die offene Automatisierungsplattform PLCnext Technology. Diese Plattform ist laut U. Leidecker nicht nur technologisch wegweisend, sondern auch „ein einzigartiges Beispiel für die Offenheit und Kooperation“, die Phoenix Contact mit seinen Partnern pflegt. „Offen zu kollaborieren, war für uns schon immer ein Kernprinzip“, erklärt der Chief Operating Officer.

U. Leidecker, der seit seinen Studienzeiten ein Verfechter von Open-Source-Systemen ist, erinnert sich an seine Faszination für Linux und die Art und Weise, wie diese offene Plattform eine Community anzieht, die gemeinsam Innovationen schafft. Diese Philosophie floss direkt in die Entwicklung von PLCnext Technology ein. Phoenix Contact stellte sich der Frage, ob es ausreiche, einfach eine neue Generation von Controllern mit mehr Leistung zu entwickeln. Die Antwort war ein klares Nein. Kunden interessierten sich nicht mehr für die Anzahl der CPU-Kerne oder den Speicherplatz, sondern vielmehr für Systeme, die flexibel und offen sind.

PLCnext Technology spiegelt diesen Gedanken wider, indem es Entwicklern die Freiheit gibt, in einer Vielzahl von Programmiersprachen zu arbeiten – von traditionellen Sprachen wie C++ bis hin zu moderneren wie Python oder Java – und dennoch Echtzeitanforderungen zu erfüllen. Dies wird durch den Execution and Synchronization Manager (ESM) und den Global Data Space ermöglicht, der Echtzeit- und Nicht-Echtzeit-Daten miteinander verbindet. Dadurch können Entwickler ihre eigenen Programmiersprachen sowie Methoden nutzen und trotzdem von der Offenheit sowie Flexibilität des Systems profitieren.

Enge Zusammenarbeit mit Partnern

Die Offenheit zeigt sich auch deutlich in der engen Zusammenarbeit mit Unternehmen, wie Yaskawa und Festo. Diese Unternehmen haben Zugang zu jeder Zeile des Quellcodes von Phoenix Contact, was ihnen die Freiheit gibt, ihre eigenen Lösungen auf der Basis von PLCnext Technology zu entwickeln, ohne dabei an Phoenix Contact gebunden zu sein. „Offenheit“, so U. Leidecker, „ist keine bloße Funktionalität, sondern vielmehr eine tief verankerte Vision, die das Unternehmen in die Lage versetzt, seinen Kunden und Partnern maximalen Spielraum zu bieten, ohne dabei an proprietäre Lösungen gebunden zu sein.“ Laut dem COO gibt es derzeit ein hohes Interesse an PLCnext Technology aus allen Weltregionen.


Ein weiteres Schlüsselelement ist der PLCnext Store, eine Plattform, die Partnern und Kunden die Möglichkeit bietet, eigene Apps zu entwickeln und über die Plattform zu vertreiben. U. Leidecker unterstreicht, dass die größte Herausforderung bei der Entwicklung des Stores nicht technischer Natur war, sondern in der steuerlichen und rechtlichen Komplexität lag, eine globale Plattform zu schaffen, die den Anforderungen unterschiedlicher Länder gerecht wird. Technologisch hingegen sei die Plattform problemlos umsetzbar gewesen.

„Im Zuge der Sharing Economy müssen nicht alle Funktionen von uns stammen, auch wenn es den Kunden weiterhilft“, bestärkt der COO der Business Area Industriemanagement und Automation. „Partner können ihre Angebote in das Mehrwertmodell selbst einbringen.“ Als Beispiel nennt er Condition Monitoring, welches nicht zu den Domänen des Unternehmens gehört. „Wir wollen kein Schweizer Taschenmesser mit 100 Funktionen bieten“, erläutert er anschaulich. „Das würde auch schlecht in die Hosentasche passen.“ Vielmehr führt die maximale Offenheit zu mehr Flexibilität.

Die Offenheit endet bei Phoenix Contact nicht beim Store. Die Community, die sich um PLCnext Technology gebildet hat, ist ein wesentlicher Bestandteil des Ecosystems. Sie bietet nicht nur einen Raum für den Austausch von Know-how und Erfahrungen, sondern stärkt auch das Vertrauen der Anwender, dass sie nicht allein auf den Hersteller angewiesen sind, sondern auch auf eine herstellerunabhängige Unterstützung zählen können. Dies sei, so U. Leidecker, entscheidend für den Erfolg einer offenen Plattform.

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